FeedSchweißabsonderung
HeilkundeBrockhaus 1882

Schweißabsonderung des Erwachsenen unter normalen Verhältnissen auf durchschnittlich 5800 g; bei reichlicher Wasseraufnahme, hoher Außentemperatur, anhaltender Muskelanstrengung u. dgl. kann die Schweißbildung beträchtlich, bis zu 1600 g und noch mehr in einer Stunde, gesteigert werden. Die durch den S. feucht gehaltenen Abschilferungen der Haut geraten leicht in Fäulnis und bedingen so den übelriechenden Schweiß. Häufige Waschungen, Einstreuen von feingepulverter Wein- oder Salicylsäure in die Strümpfe lassen eine solche Fäulnis des Fußschweißes nicht aufkommen, ohne daß dadurch die Schweißabsonderung unterdrückt wird, was gesundheitsschädlich ist. Unterdrückung des S. überhaupt ist eine der ersten Zeichen der Erkältung und wird daher als übles eichen angesehen, während man den Ausbruch des S. als günstig betrachtet. Da durch die Haut auch in nicht tropfbarflüssiger Form viel Wasser, sowie auch Kohlensäure vom Körper abgegeben wird, so ist begreiflich, wie eine Unterdrückung dieser respiratorischen Hautthätigkeit unter Umständen gefährliche Folgen haben kann. In fieberhaften Krankheiten (z. B. Wechselfieber) fängt der Körper zu einer Zeit zu schwitzen an, wenn die Fiebertemperatur bereits wieder sinkt und das Befinden des Kranken ein besseres wird. Die ältern Arzte, welche von dem Zusammenhange dieser Erscheinungen nichts wußten, sahen daher den Ausbruch von S. in einer Krankheit ganz allgemein als ein gutes Vorzeichen an (kritischer S.). Bei gewissen Krankheiten (z. B. Tuberkulose) muß man aber die S. als nachteilig betrachten, weil sie meist das Fortdauern des erschöpfenden Fiebers anzeigen (kolliquativer Schweiß). Als Begleiter des Fiebers treten sie daher auch meist in der Nacht, gegen Morgen ein, auf welche Zeit meist die Temperaturabnahme fällt. Das künstliche Hervorrufen von S. als Heilmittel hat daher nur für solche Fälle Bedeutung, wo die Herstellung der daniederliegenden Hautthätigkeit Vorteil bringen kann, also z. B. nach Erkältungen; dagegen ist es durchaus zu widerraten, jeden Kranken schwitzen zu lassen. Fieberkranken wird das lästige Gefühl der Hitze dadurch nur gesteigert und Anlaß zu Erkältungen gegeben. Die Mittel, S. hervorzubringen (schweißtreibende Mittel, Diaphoretica), sind sehr mannigfaltig. Das einfachste ist Einhüllung in dichte Decken Jmit gleichzeitigem Genuß von viel warmem Wasser oder Fliederthee. Unter den medikamentösen Mitteln bewirkt das in den Blättern der brasil. Ja⸗ )]borandipflanze enthaltene Pilokarpin (s. d.) eine intensive und anhaltende Schweißabsonderung. mina, Hydroa), Hautausschlag, bestehend in mohn⸗ „bis hirsekorngroßen durchscheinenden Bläschen, „die mit einer wasserhellen, später trübe werdenden „Flüssigkeit erfüllt sind, entsteht infolge starken rSchwitzens, sowie im Verlaufe mancher Krank⸗ „heiten, wie des Typhus, Gelenkrheumatismus u. a. Behandlung: leichte Körperbedeckung, trocknende eStreupulver. [Eisenerzeugung. Uding). die Vereinigung zweier Stücke Schmiedeeisen oder Stahl oder auch Stahl mit Schmiedeeisen bei lebhafter Weißglühhitze durch Hammerschläge. (S. unter Schmieden.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 586Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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