FeedScholl (Aurelien)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Scholl (Aurelien), franz. Schriftsteller, geb. zu Bordeaux 14. Juli 1833, widmete sich in Paris der journalistischen Thätigkeit und begründete nacheinander «Satan v, La silhouetten, (Le Nain Unter der Republik schrieb er namentlich für den (Evénemento und den Voltairep. Von ihm sind Romane und Theaterstücke, wie La question Mamouro (1864), Les chaines de fleursv (1866), Le repentir (1876), Le nid des autreso (1878) u. s. w. zu erwähnen. Sein glänzender Witz, und besonders seine Polemiken, Duelle und Prozesse haben häufig die Aufmerksamkeit des Publikums auf ihn gelenkt; er ist eine der bekanntesten und hervorstechendsten 2.600u140 des heutigen Paris. — — (Adolf), verdienter Archäolog und Kunstschriftsteller, geb. 2. Sept. 1805 zu Brünn, widmete sich zu Tübingen und Göttingen mytholog. und archäolog. Studien, habilitierte sich 1832 in Berlin und erhielt hier 1835 die Lektorstelle der Kunstmythologie an der Akademie der Künste. Im J. 1842 wurde er Professor der Archäologie zu Halle, 1843 Direktor der Kunstanstalten in Weimar, wo er 1860 Oberbibliothekar wurde und 26. Mai 1882 starb. Außer vielen Beiträgen zu Zeitschriften, sowie einer übersetzung des Herodot (2Bde., Stuttg. 1832; 2. Aufl. 1855) veröffentlichte er: Beiträge zur Kenntnis der tragischen eun der Griecheno (Berl. 1839), «Archäolog. Mitteilungen aus Griechenlando (Frankf. 1843), «Sophokles, sein Leben und Wirkend (Frankf. 1842), «Gründlicher Unterricht über die Tetralogie des attischen Theaterso (Lpz. 1859). Hieran reihten sich übertragungen von des Sophokles «Ajasp (Berl. 1842 u. Stuttg. 1860), König Odipus» (Stuttg. 1856; 3. Aufl. 1877), Odipus auf Kolonoso (Stuttg. 1857), Antigoney (Stuttg. 1857; 2. Aufl. 1866), «Philokteto (Stuttg. 1865), «Elektran (Stuttg. 1868) und Trachinerinneno (Stuttg. 1870), sowie von des Euripipes (Cyklopy (Braunschw. 1851). Schätzbare Beiträge zur Goethe-Litteratur veröffentlichte er in (Briefe und Aufsätze von Goethe aus den J. 1766 —865 (Weim. 1846), (Goethes Briefe an Frau von Steiny (3Bde., 1848—51) und Karl-August-Büchleins (Weim. 1857). Auch verfaßte er: „Weimars Denkwürdigkeiten einst und jetzto (Weim. 1847). Gehaltreiche Abhandlungen zur Litteraturgeschichte sind gesammelt in den Werken Goethe in Hauptzügen seines Lebens und Wirkenso (Berl. 1882) und «Aufsätze zur klassischen Litteratur alter und neuerer Zeite (Berl. 1884). Rudolf S., Sohn des vorigen, geb. zu Weimar 1. Sept. 1844, studierte zu Göttingen und Bonn Philologie, wurde nach kurzer Lehrthätigkeit in Berlin durch Mommsen 1867 mit der Aufnahme einiger oberitalischer Inschriften betraut, besuchte 1870 von Rom aus Athen und kehrte 1871 nach Berlin zurück, wo er sich an der Universität habilitierte. Er wurde 1872 Professor in Greifswald, 1874 in Jena, 1876 in Straßburg, 1885 in München. S. schrieb: Legis duodeècim tabularum reliquiaes (Lpz. 1866), Quaestiones fiscales juris attici ex Lysiae orationibus illustrataes (Berl. 1873), De synegoris atticis commentatios (Jena 1876). Außerdem besorgte er Textrecensionen des Q. Asconius (mit A. Kießling, Berl. 1875) und der Novellen Justinians (Berl. seit 1880). Friedrich S., jüngster Sohn Adolf S.s, geb. 8. Febr. 1850, studierte in Göttingen und Leipzig Philologie, war 1875 —77 Ritschls Assistent am Russisch-Philologischen Seminar in Leipzig und wurde 1877 Professor in Heidelberg. Er veröffentlichte: „De locis nonnullis ad Aeschyli vitam et ad historiam tragoediae graecae pertinentibuso (Jena 1876), Divinationes in Plauti Truculentumv (in Analecta Plautinap, Lpz. 1877) und eine kritische Ausgabe des Truculentus (Lpz. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 455Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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