FeedSchadow (Wilh. Friedr. von)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Schadow (Wilh. Friedr. von), ausgezeichnet als Historien⸗ und Porträtmaler, mehr noch als Leiter der Kunstakademie zu Düsseldorf, geb. zu Berlin 6. Sept. 1789, der zweite Sohn des vorigen, wurde zunächst durch seinen Vater und Fr. G. Weitsch gebildet und ging 1810 mit seinem Bruder Rudolf nach Rom, wo er sich den sog. «Nazarenern» anschloß und 1814 zum Katholizismus übertrat. Bei seiner Rückkunft nach Berlin 1819 wurde er zum Professor der Akademie ernannt. Von den Gemälden, die er damals fertigte, sind hervorzuheben: eine Anbetung der Könige für die Garnisonskirche zu Potsdam (1824), ein Altarblatt für die Kirche zu Schulpforta, sowie eine große Anzahl ausgezeichneter Porträts. Im J. 1826 wurde er Direktor der Kunstakademie zu Düsseldorf und es folgten ihnm alle seine berliner Schüler, viele andere schlossen sich an. Im Geiste der ältern Meister begründete S. in Düsseldorf eine Schule, die außer der populären Geschichtsmalerei eine neue gemütvolle Gattung des Genrebildes und eine innige Auffassung der Landschaft pflegte und dadurch lange Zeit das Vorbild der modernen Malerei in Deutschland dartellte. Unter der ersten Generation der Düsseldorfer Schule, welche wesentlich seine Leitung genoß, waren Männer wie Lessing, Hübner, Sohn und Hildebrandt; ferner Schirmer, Scheuren, Preyer, Schrödter, Reinick, Stilke, Däge, Rethel und Kretschmar. Zu S.s Leistungen in Düsseldorf gehört das durch Steindruck bekannte Bild der Mignon. Dann vollendete er für die Werdersche Kirche in Berlin eins seiner besten Werke, die vier Evangelisten. Es folgte das Bild von den klugen und thörichten Jungfrauen (im Städelschen Institut zu Frankfurt a. M.). Dieses Gemälde, so- wie der später für den König von Preußen gemalte Brunnen des Lebens und anderederartige gen zeigen große Reinheit des Stils und zahlreiche Schönheiten des Einzelnen. Im J. 1843 wurde er als S. von Godenhaus in den preuß. Adelsstand erhoben. Der Zeit bis 1848 gehören von seinen Werken an: eine Himmelfahrt Mariä für die Paulskirche zu Aachen und eine allegorische Darstellung von Himmel, Fegfeuer und Hölle. Bei letzterm Bilde (in der Galerie in Düsseldorf) wurde S. vielfach durch ein Augenleiden unterbrochen, infolge dessen er erblindete. Durch eine glücklich vollzogene Operation aber erhielt er das Augenlicht wieder. Während seiner Krankheit diktierte er ein Buch: «Der moderne Vasarip (Berl. 1854), das biograph. Skizzen aus der neuern Kunstgeschichte enthält. S. starb 19. März 1862 zu Düsseldorf. Vgl. Hübner, «S. und seine Schules (Bonn 1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 287Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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