Schomberg (Friedr. von), berühmter Feldherr, aus dem Geschlecht der rhein. Schonburge, von der Schonburg oder Schönburg bei Oberwesel stammend, geboren zu Heidelberg im Dezember 1615, diente zuerst im Heere des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien, dann unter dessen Sohn, Wilhelm II. Bereits rühmlich bekannt trat er 1650 in franz. Dienste. Im J. 1661 ging er im Auftrag Ludwigs XIV. nach Portugal und befehligte dort so glücklich, daß Spanien 1668 zum Frieden und zur Anerkennung des Hauses Braganza genötigt wurde. In demselben Jahre kehrte S. nach Frankreich zurück und wurde daselbst naturalisiert. Er trat 1673 vorübergehend in engl. Dienste, machte 1674 den Feldzug in Roussillon und Catalonien mit und erhielt endlich 1675, obgleich Protestant, den franz. Herzogstitel und den Marschallsstab. Beim Feldzug in den Niederlanden entsetzte er 1676 Mastricht. Als das Edikt von Nantes 1685 aufgehoben wurde, verließ S. Frankreich und ging nach Portugal; dann folgte er einem Ruf des Großen Kurfürsten von Brandenburg und traf 1687 in Berlin ein, wo er General-en-Chef aller brandenburgischen Truppen, Geh. Staats⸗ und Kriegsrat, auch Statthalter des Herzogtums Preußen wurde. Auf Wunsch des Prinzen Wilhelm von Oranien verließ S. die brandenburgischen Dienste und begleitete den Prinzen auf seinem Zug nach England. Er landete mit demselben in Torbay 5. Nov. 1688 und war beständig in der Umgebung Wilhelms III., bis er am 1. Juli 1690 in Irland in der Boyne-Schlacht fiel. S. war zweimal vermählt, erst mit seiner Base, Johanna Elisabeth von Schonburg, dann mit einer franz. Dame, Susanne d'Aumale de Haucourt. Mit seinem 1719 verstorbenen Sohn, Meinhard, Herzog von Schonburg und Leinster, erlosch das Geschlecht. Vgl. Kazner, «„Friedrich von S.v (Mannh. 1789).