Schönthan (Franz von), Bühnendichter, geb. 20. Juni 1849 zu Wien, trat mit 17 Jahren als Kadett in die österr. Marine, verließ aber nach vier Jahren den Dienst und ging zur Bühne. Von seinen Bühnenstücken erzielten zuerst Das Mädchen aus der Fremde» (1879) und der vieraktige Schwank «Sodom und Gomorrhap (1879) Erfolg. Hierauf erschienen in rascher Folge neben vielen üübersetzungen und Bearbeitungen eine Reihe selbständiger dramatischer Werke, die über alle Bühnen gingen und zum Teil Repertoirestücke wurden: „Unsere Frauenp (1880), Krieg im Frieden» (1881, mit G. von Moser), Der Schwabenstreich (1882), j„Roderich Heller (1883), Der Raub der Sabinerinneno und «Frau Direktor Striesen (1885, mit Paul von Schönthan). Im J. 1884 wurde S. Oberregisseur am Wiener Stadttheater; nach dem Brand dieses Theaters siedelte er nach Berlin über. Sein Bruder Paul von S., geb. 19. März 1853 in Wien, war für die militärische Laufbahn bestimmt, verließ aber nach einigen Jahren diese Carrière und widmete sich dem journalistischen Beruf; er lebt als Feuilletonist in Berlin. In Gemeinschaft mit seinem Bruder Franz war er auch dramatisch thätig, als Mitarbeiter an den possenartigen Lustspielen Der Raub der Sabinerinneno und „Frau Direktor Strieser; auch selbständig verfaßte er einige einaktige Lustspiele.