Schneider (Louis), bekannt als Schauspieler und Schriftsteller, geb. 29. April 1805 zu Berlin, verlebte die J. 1813—15 in Reval, besuchte dann zu Berlin das Gymnasium und wandte sich 1820 dem Theater zu. Er spielte zunächst auf kleinern Bühnen und erhielt dann ein dauerndes Engagement als Schauspieler und Sänger in Berlin. Unter seinen dramatischen Arbeiten, die sämtlich in dem von ihm unter dem Pseudonym C. W. Both herausgegebenen Bühnenrepertoire des Auslandesv erschienen, gefielen besonders: das Vaudeville „(Fröhlicho (mit Wollheim bearbeitet), das Lustspiel „Der Heiratsantrag auf Helgolandv, die Operette «Der Schauspieldirektoro, das Drama (Die Quitzowso, ferner Der Kurmärker und die Picardes, Künstlers Erdenwalleno u. s. w. Vieles hat er aus dem Englischen, Französischen, Spanischen und Russischen übersetzt und der deutschen Bühne angepaßt. Lange Zeit hindurch war S. Mitglied der berliner Hofbühne für Lustspiel, Posse, Vaudeville, komische Oper und selbst Ballett, und 1845 übertrug man ihm auch die Regie der Oper. Im J. 1848 trat er von der Bühne zurück und widmete sich seitdem zu Potsdam litterarischer Thätigkeit. Inzwischen hatte ihn Friedrich Wilhelm IV. zu seinem Vorleser und zum Hofrat ernannt. König Wilhelm bestätigte ihn in dem Amte und übertrug ihm auch die Aufsicht über seine Privatbibliothek. Im J. 1865 erfolgte seine Ernennung zum Geh. Hofrat. Bei Ausbruch des Deutschen Kriegs von 1866 wurde S. dem großen Hauptaquartier attachiert, von wo aus er die offiziellen Berichte aus dem Hauptquartier für den „Staats-Anzeigero schrieb. Dieselbe Thätigkeit entwickelte er während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871. Ferner schrieb er Bellona. Militärische Novellen, Erzählungen u. s. w.» (Berl. 1838), «Schauspieler-Novelleno (2 Bde., Berl. 1838), «Der böse Blicko (4 Bde., Berl. 1838), ein histor. Roman u. s. w. Unter seinen histor. Schriften sind zu nennen: Geschichte der berliner Opero (Berl. 1847), (König Wilhelm. Eine militärische Biographies (Berl. 1863), König Wilhelm im J. 18665 (2. Aufl., Berl. 1867), (Geschichte aller brandenb.-preuß. Ordeno (Berl. 1867 fg.), „Der Krieg der Triple-Allianz gegen den Diktator Lopez von Paraguayp (3 Bde., Berl. 1872). Er starb 16. Dez. 1878 in Potsdam. Nach seinem Tode erschien Aus meinem Lebend (3 Bde., Berl. 1879—80).