Schröckh (Joh. Matthias), Kirchenhistoriker, geb. zu Wien 26. Juli 1733, studierte in Göttingen, trat 1756 als akademischer Docent zu Leipzig auf, erhielt 1761 eine außerordentliche Professur, wurde dann 1767 Professor der Poesie und 1775 der Geschichte zu Wittenberg. Er starb 2. Aug. 1808. Von seinen Schriften sind zu nennen: die «Weltdie histor. Kompendien, darunter die Historia religionis et ecclesiae christianaer (7. Aufl. von Marheineke, Berl. 1829), die «Allgemeine Biographies (S Bde., Berl. 1767—91) und die (Lebensbeschreibungen berühmter Männero (2 Bde., Lpz. 1789—91). Für Guthries und Grays «Allgemeine Weltgeschichter bearbeitete S. die ital., franz., niederländ. und engl. Geschichte (1770— 76). Sein Hauptwerk ist jedoch die «Christl. Kirchengeschichter (35 Bde., Lpz. 1768 —1803; Bd. 1—14, 2. Aufl. von Tzschirner, 1772—1825), woran sich die Kirchengeschichte seit der Reformation» (10 Bde., Lpz. 1804 —12) schließt, die vom neunten Bande an von Tzschirner fortgesetzt wurde. Dem sog. Supernaturalismus angehörend, suchte S. in diesem großartigen Werke nicht nur mit riesigem Fleiße das gesamte Material sorgfältig zu sammeln und gewissenhaft darzustellen, sondern auch dem objektiven Gang der Geschichte nachzuforschen, und nimmt dadurch in der Geschichte der Kirchengeschichtschreibung eine hervorragende Stelle ein. Vgl. Tzschirner, cüber S.s Leben, Charakter und Schriftenv (Lpz. 1812); Baur, «Epochen der Geschichtschreibunge (Tüb. 1852).