FeedSchuch-Proska (Clementine)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schuch-Proska (Clementine), geborene Proö chäzka, beliebte Koloratursängerin, geb. 12. Febr. 1853 zu Wien, wurde auf dem wiener Konservatorium ausgebildet und 1873 am Hoftheater zu Dresden engagiert, wo sie sich mit dem Hofkapellmeister Ernst Schuch vermählte und noch jetzt wirkt. Schücking (Christoph Bernh. Levin), deutscher Romanschriftsteller, geb. 6. Sept. 1814 zu Clemenswerth, einem Jagdschlosse im Norden des ehemaligen Bistums Münster, studierte in München, Heidelberg und Göttingen die Rechte, wandte sich aber, in Münster lebend, der schriftstellerischen Laufbahn zu, die er mit „Das malerische und romantische Westfaleno (Lpz. 1842) und 4 Der Dom zu Köln und seine Vollendunge (Köln 1842) eröffnete. Nachdem er einen Winter auf der Meersburg am Bodensee, beschäftigt in der Bibliothek des Freiherrn von Laßberg, zugebracht, übernahm er 1843 die Leitung der Erziehung zweier Söhne des bayr. Fürsten Wirede, welcher Beruf einen längern Aufenthalt in ö Osterreich veranlaßte. Seit 1844 lebte er in Augsburg, dann in Köln, dort an der Redaktion der Allgemeinen Zeitungo, hier an der «Kölnischen Zeitungo beteiligt. Nach mehrern Reisen durch Fränkreich und Italien ließ er sich im Herbst 1852 auf einem Gute zu Sassenberg bei Münster, einem alten Besitztum seiner Familie, nieder. Hier ließ er nun auf seine ersten Romane: «Ein Schloß am Meero (2 Bde., Lpz. 1843), «Die Ritterbürtigen (3 Bde., Lpz. 1846), Ein Sohn des Volksy (2 Bde., Lpz. 1849), (Der Bauernfürsto (2 Bde., Lpz. 1851), «Die Königin der Nachto (Lpz. 1852), eine Reihe weiterer folgen: «Ein Staatsgeheimniso (3 Bde., Cpz. 1854), «(Der Held der Zukunft o (Prag 1856; 2. Aufl. 1859), Aus den Tagen der großen Kaiserino (2 Bde., Wien 1858; 2. Aufl., Prag 1859), „Die Geschworenen und ihre Richter» (3 Bde., Hannov. 1861), «Frauen und Rätsels (2 Bde., Opz. 1865), und mit wachsender Vertiefung und künstlerischer Behandlung seiner Stoffe: Verschlungene (4 Bde., Lpz. 1868), Die Malerin aus dem Louvrey (4 Bde., Hannov. 1869), Luther in Romo (3 Bde., Hannoy 1870), «Die Heiligen und die Ritter v (4 Bde., Hann. 1872), Die Herberge der Gerechtigkeith (2 Bde., Lpz. 1878) u. s. w. Wenn auch nicht gleich an Wert, gehören diese Romandichtungen doch zu den besten der Gegenwart. Vor allem sind e sie erfüllt von einem gesunden Realismus, sowie von einem kräftigen Patriotismus, der auf dem geschichtlichen Boden seiner heimischen Gegend beruht. Auch weiß S. einen frischen Humor an rechter Stelle und mit weisem Maße geltend zu machen und seinen Stoff durch einen philos. oder psychol. Grundgedanken zu vertiefen. Die sprachliche Form ist einfach und gediegen. Außerdem schrieb S. eine große Anzahl von Novellen und schilderte in «Annette von Drostey (Opz. 1862), dem Lebensbilde seiner Freundin, den Einfluß, den diese auf seine geistige Entwickelung gehabt. Er starb 31. Aug. 1883 zu Pyrmont. Nach seinem Tode erschienen: „Lebenserinnerungenv (2 Bde., Bresl. 1886). Seine Gattin Luise, Tochter des darmstädtischen Generals und Kammerherrn Freiherrn von Gall, geb. 19. Sept. 1815, vermählt 1844, gest. 16. Mai 1855, machte sich als Luise von Gall durch „Frauennovellen (2 Bde., Darmst. 1845) und die Romane «Gegen den Strom (2 Bde., Brem. 1851), Der neue Kreuzrittero (Berl. 1853) bekannt. Ihr Lustspiel Ein schlechtes Gewissen» wurde mehrfach mit Erfolg aufgeführt. Nach ihrem Tode gab ihr Gatte «Frauenleben » (2 Bde., Lpz. 1856), eine Sammlung Novellen, heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 508Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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