Schulz (Albert), pseudonym San-Marte, bekannt durch seine Arbeiten über die Litteratur des Mittelalters, geb. 18. Mai 1802 zu Schwedt, studierte zu Berlin und Heidelberg die Rechte und trat dann in den preuß. Justizdienst. Wegen eines Schriftchens Küber den Wert der Provinzialgesetzer bei dem Ministerium verdächtigt, wurde er von Magdeburg 1837 als Domänenrat an die Regierung zu Bromberg versetzt. Doch schon 1843 erhielt er wieder einen Ruf nach Magdeburg als Verwaltungsrat in das Provinzial-Schulkollegium. Seine Mußestunden wandte S. dem Studium der ältern deutschen Litteratur zu. Nachdem er den „Parcivalo des Wolfram von Eschenbach im Auszuge mitgeteilt (Magdeb. 1832), veröffentlichte er «Leben und Dichten Wolframs von Eschenbach v (2 Bde., Magdeb. 1836—41), dessen erster Teil die erste neuhochdeutsche übertragung des Parcivalo 2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1858) enthielt. Daran schlossen sich die Parcivalstudien v (3 Hefte, Halle 1860—62). Außer den Bearbeitungen der 4Gudrun (Berl. 1839) und des Walter von Aquitaniend (Magdeb. 1853) sind von seinen Schriften zu nennen: «Die Arthursage und die Märchen des roten Buchs von Hergeste (Quedlinb. 1842), Nennius und Gildaso (Berl. 1844), Beiträge zur bretonischen und kelt.⸗german. Heldensager (Quedlinb. 1847), „Die Sagen von Merlin» (Halle 1853), Gottfrieds von Monmouth Iistoria regum Britanniaer (Halle 1854), die deutsche Bearbeitung von Stephens' (Geschichte der welschen Litteraturo (Halle 1864) u. s. w. Während seines Aufenthalts in Bromberg wurde S. auch auf das Studium der poln. Nationalsagen geführt, als dessen Früchte (Großpolens Nationalsagen, Märchen und Legenden» (Bromb. 1842; 2. Aufl., unter dem Titel «Polens Vorzeit in Dichtung und Sagev, Bromb. 1859) und «Die voln. Königssage » (Berl. 1848) erschienen. Woire veröffentlichte er ein «Reimregistery zu Wolfram von Eschenbach (Quedlinb. 1867), Küber Wolframs von Eschenbach Rittergedicht Wilhelm von Orange und sein Verhältnis zu den altfranz. Dichtungen gleichen Inhalts v (Quedlinb. 1871), «Rückblicke auf Dichtungen und Sagen des deutschen Mittelalters» (Quedlinb. 1872) und (Wilhelm von Orange. Heldengedicht von Wolfram von Eschenbach. Zum ersten mal aus dem Mittelhochdeutschen übersetztvo(Halle 1873).