Münch (Ernst Herm. Jos. von), deutscher Geschichtschreiber, geb. 25. Okt. 1798 zu Rheinfelden, studierte die Rechte und später Geschichte zu Freiburg, war 1819—21 Lehrer an der Kantonschule zu Aarau und kehrte sodann nach Deutschland zurück. Im J. 1824 wurde er Professor der histor. Hilfswissenschaften in Freiburg. Von seinen Arbeiten sind aus dieser Zeit hervorzuheben: Die Heerzüge des christl. Europa wider die Osmanen? Bde., Basel 1822—26), «Franz von Sickingens Thateno (3 Bde., Stuttg. 1827—29), «König Enzios (Ludwigsb. 1827; 2. Aufl., Stuttg. 1841) und „Geschichte des Hauses und Landes Fürstenberg⸗ (3 Bde., Aachen 1829—32). Im J. 1828 wurde M. Professor der Kirchengeschichte und des Kirchenrechts in Lüttich, bald darauf Bibliothekar im Haag. Dort veröffentlichte er namentlich: (Geschichte des Hauses Nassau-Oranieno (3 Bde., Aachen 1831— 33) und „Die Fürstinnen des Hauses Burgund-Osterreich in den Niederlandend (2 Bde., Lpz. 1832). Im J. 1831 folgte er dem Rufe als Bibliothekar der Privatbibliothek des Königs nach Stuttgart. Er starb zu Rheinfelden 9. Juni 1841. Zu seinen letzten Arbeiten gehören: «Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit (6 Bde., Lpz. 1833—35), die Selbstbiographie Erinnerungen und Studien aus den ersten 37 Jahren eines deutschen Gelehrteno (3 Bde., Karlsr. 1836—38) und Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Este und Lothringen im 16. und 1Anch (Bd. 1, Stuttg. 1840). ünch-Bellinghausen (Eduard Joachim, Graf), österr. Staatsmann, geb. 29. Sept. 1786 zu Wien, der jüngste Sohn des 3. Okt. 1802 verstorbenen Reichsfreiherrn Franz Joseph von M., begann seine Laufbahn im Dienste des Deutschen Reichs, trat aber 1866 in den österr. Staatsdienst. Als österr. Kommissar und Präsident der zu Dresden 1818 versammelten Elbschiffahrts-Kommission brachte er 1821 den Vertrag zu Stande, infolge dessen seit dem 1. Mai 1822 die Elbe von dem Punkte, wo sie schiffbar wird, bis in die offene See dem Verkehr freigegeben ward. In der Zwischenzeit wurde M. zum Stadthauptmann in fr Prag ernannt. Er kam dann in die deutsche Sektion des Ministeriums des Auswärtigen, 1823 aber als; Wirkl. Geheimrat und Gesandter zum Bundestage in Frankfurt a. M., wo er als Vertreter der Metternichschen Politik auf die polit. Verhältnisse von ganz Deutschland großen Einfluß übte. Im 1841 erhielt M. den Rang eines österr. Staatsministers. Nach Metternichs Sturze zog er sich ganz ins Privatleben zurück. M. starb 3. Aug. 1866. Er war 1831 in den Grafenstand erhoben und 1861 zum Mitglied des Herrenhauses des Reichsrats auf Lebenszeit ernannt worden.