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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Schwäbische Dichter nannte man sonst vorzugsweise die Minnesänger des 13. Jahrh., weil man ihre Sprache irrtümlich ohne Unterschied für schwäbisch hielt und ihre Kunst in Schwaben, namentlich an dem Hofe des hohenstaufischen Geschlechts, eine Pflege fand, welche Dichter aus allen Teilen Deutschlands dorthin zog. Während auch in den spätern Jahrhunderten fortwährend einzelne reichbegabte Dichternaturen, vor allen Wieland und Schiller, aus Schwaben hervorgingen, sich aber auch aus mancherlei Ursachen ihrer vielfach zersplitterten Heimat wenigstens räumlich meist entfremdeten, beginnt ungefähr gleichzeitig mit den Freiheitskriegen eine neue schwäb. Dichterschule, deren Altmeister Uhland war. Ihm reihten sich an Schwab, Kerner, K. Mayer, G. Pfizer, Knapp, Mörike, Hauff u. a. Bei aller Verschiedenheit im einzelnen ist der Grundzug eine innige Hingabe an die Natur, ein kräftiges schwäb. Nationalgefühl, Treue und Reinheit der Gesinnung.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 536Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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