Schwan (Christian Friedr.), verdienter Buchhändler, geb. 12. Dez. 1733 zu Prenzlau in der Ukermark, studierte in Halle und Jena Theologie, ward dann Hauslehrer und ging 1758 nach Petersburg, wo die Akademie ihn zum Korrektor wählte. Nach dem Tode der Kaiserin Elisabeth verließ er Rußland, ging nach Preußen und dann nach Holland, wo er in Form von Briefen seine Anecdotes russes, ou lettres d'un officier allemando (Haag 1764; deutsch mit Noten, Frankf. 1765) erscheinen ließ, welche sehr großes Aufsehen erregten. S. wandte sich 1764 nach Frankfurt a. M., wo er die Wochenschrift „Der Unsichtbares und das litterarische Wochenblatt «Neue Auszüge aus den besten ausländischen Wochen-und Monatsschrifteno begründete. Im J. 1765 heiratete er seines Verlegers Eßlinger Tochter und übernahm die Buchhandlung Eßlingers in Mannheim. Hier gab er die Zeitschrift „Die Schreibtafel (1774—78) heraus und arbeitete mit Eifer an der Umwandlung des franz. Theaters in Mannheim in ein deutsches. S. gehörte unter die ersten Mitglieder der 1775 zu Mannheim gestifteten Deutschen gelehrten Gesellschaft und wurde 1778 kurpfälz. Hofkammerrat. Durch ihn wurde Schiller mit dem Freiherrn von Dalberg bekannt, und in seinem Verlag erschienen Schillers «Fiescor und «Kabale und Liebey. Nächst seinem Hauptwerke, dem «Dictionnaire de 1a langue allemande-frangaise et frangaise-allemanden (6 Bde., nebst einem Supplementband, Mannh. 1782—98), sind noch zu erwähnen die von ihm herausgegebenen «Abbildungen der vornehmsten geistlichen und weltlichen Ordenv. Nachdem er schon früher seine Handlung an seinen Zögling Götz abgetreten hatte, ging er 1794 wegen der Kriegsunruhen nach Heilbronn und dann nach Stuttgart, wo er den bei Cotta erschienenen Auszug aus seinem Wörterbuche ausarbeitete (4 Bde., Tüb. 1807). Er starb 29. Juni 1815 in Heidelberg. Vgl. Götz, „Geliebte Schattenb (Mannh. 1858).