Schwarzer Tod hießen im Mittelalter verschiedene Krankheiten, bei welchen der Körper oder einzelne Teile desselben eine schwärzliche Farbe annahmen, so z. B. die Schwarzen Blattern, vor allen aber die orient. Pest. Von dem Schwarzen Tode, welcher 1348—50 Asien, Nordafrika und Europa verheerte und in diesen drei Jahren in Europa allein 25 Mill. Menschen hinwegraffte, ist mit Sicherheit erwiesen, daß er nichts anderes war als die Pest mit vorzugsweiser Entwickelung der vereiternden Pestbeulen und einer schweren, meist brandig werdenden Lungenentzündung. (S. Pest.) Die mörderische Seuche führte auf der einen Seite zu einer maßlosen Verwilderung der Sitten, auf der andern zu den strengsten Bußübungen, den abenteuerlichen Umzügen der Flagellanten und den grausamsten Judenverfolgungen. Die besten zeitgenössischen Schilderungen rühren von Guy von Chauliac, Dionysius Colle, Simon von Covino und Boccaccio her. Vgl. Hecker, «Die großen Volkskrankheiten des Mittelalterso (Berl. 1865).