FeedSchwedisch-Pommern
GeschichteBrockhaus 1882

Schwedisch-Pommern wurde der westl. Teil des Herzogtums Pommern genannt, welchen das Deutsche Reich im Westfälischen Frieden von 1648 als Reichslehn, mit Sitz und Stimme im Fürstenkollegium auf dem Reichstage, zur Entschädigung an die Krone Schweden abtreten mußte. Es begriff damals ganz Vorpommern nebst der Insel Rügen und einem schmalen Streifen Hinterpommerns, sodaß Schweden in den vollen Besitz der Odermündungen kam. Dem Hause Brandenburg, welchem Pommern in Gemäßheit einer Erbverbrüderung nach dem Tode des letzten wendischen Herzogs von Pommern, Bogislaws XIV., 1637 zugefallen war, verblieb demnach nur der größte Teil von Hinterpommern nebst dem säkularisierten Bistum Kamin. Im J. 1679 trat Schweden von seinem Besitz in Hinterpommern einige Distrikte mit den Städten Kamin und Greifenhagen an Kurbrandenburg ab. Im Frieden zu Stockholm von 1720 mußte Schweden Vorpommern zwischen Oder und Peene, die Inseln Usedom und Wollin, sowie die Städte Gollnow und Damm an Preußen abtreten, und S. bestand nun bloß aus Vorpommern nördlich von der Peene nebst Rügen. Im Frieden zu Kiel von 1814 trat diesen Rest Schweden gegen Norwegen an Dänemark ab, von dem Preußen Neu-Vorpommern gegen das ihm auf dem Wiener Kongreß 1815 zugesprochene Herzogtum Sachsen-Lauenburg eintäuschte. (S. Pommern.) Jetzt bildet das 1815 erworbene Neu-Vorpommern den Regierungsbezirk Stralsund der preuß. Provinz Pommern.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 576Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6