Schwefelsaures Natron, s. Glaubersalz. hydrid, s. unter Schwefelsäure. „Schwefelwässer nennt man diejenigen natürlichen oder künstlichen Mineralwässer, welche sich teils durch ihren Gehalt an Schwefelwasserstoff vor andern auszeichnen, teils auf den tierischen Organismus nach Art der Schwefelmittel einwirken. Der durchweg in der Form von Schwefelwasserstoffgas in ihnen enthaltene Schwefel gibt ihnen einen mehr oder weniger starken Geruch und Geschmack nach diesem Gase und häufig infolge von ausgeschiedenem Schwefel ein schwach opalisierendes Ansehen. Das Gas entweicht sehr leicht oder zersetzt sich, wobei eine feine, schillernde Haut auf der Oberfläche des Wassers sich bildet. Aus einigen heißen Schwefelguellen, z.B. der von Aachen, sublimiert Schwefel in Form zarter, locker zusammengehäufter Krystallnadeln, welche die Wände und Gewölbe, wodurch die Quellen eingeschlossen sind, bekleidet. Modifiziert werden die Wirkungen der S. durch die den einzelnen Quellen eigentümliche Beimischung anderer Stoffe, und man unterscheidet sonach I) alkalisch-muriatische, in denen vor den übrigen Bestandteilen Kochsalz und I aures Natron vorwaltet z. B. zu Aachen; 2) alkalisch-salinische, in denen sich neben den angeführten Stoffen noch schwefelsaures Natron (Glaubersalz) in bedeutenderer Quantität vorfindet, z. B. zu Warmbrunn und zu Landeck; 3) erdig-salinische, in denen schwefelsaure Salze, namentlich erdige, die iden Nebenbestandteile bilden, z. B. zu Baden in Ssterreich, Nenndorf, Eilsen, Kreuth u. s. w. In den meisten Fällen ist das Schwefelwasserstoffgas der Begleiter solcher Quellen, die reich an schwefelsauren Salzen sind, und erklärt sich dann sein Entstehen aus diesen durch die reduzierende Einwirkung von einer in den Quellen sich regelmäßig findenden Alge Beggiatoa alba. Alle haben das gemeinschaftlich, daß sie die Ab⸗ und Aussonderungen der äußern und der Schleimhaut befördern und den Blutumlauf beschleunigen, weichen jedoch in ihrer Wirkung durch die vorwaltenden Nebenbestandteile, sowie durch ihren verschiedenen H noch verschiedentlich voneinander ab. Im allgemeinen wendet man sie gegen Dryskrasien verschiedener Art, chronische Krankheiten der äußern Haut, die in unterdrückter Thätigkeit oder regelwidriger Absonderung derselben bestehen, Krankheiten der Schleimhäute infolge örtlicher Schwäche und Stockungen des Blutkreislaufs in den Unterleibsorganen, namentlich Hämorrhoidalbeschwerden an. Vorzugsweise benutzt man sie als Bad in allen Formen, weniger auch als Getränk. Außerhalb Deutschlands sind besonders die Herculesbäder bei Mehadia und Trentsin in Ungarn, Abano und Acqui in Italien, Baden und Schinznach in der Schweiz, Aix, Barreges, St.⸗Sauveur, Cauterets und Bagneres d'Adour in Frankreich und Harrowgate in England als heilkräftige S. berühmt. HaS, nennt man eine gasförmige Verbindung des Schwefels mit dem Wasserstoff, welche in der Natur in den Schwefelwässern (s. d.) vorkommt und sich durch Fäulnis in Morästen und in großer Menge in Kloaken erzeugt. Diese Verbindung macht sich da, wo sie vorhanden ist, sogleich durch ihren Geruch bemerklich, der identisch mit dem der faulen Eier ist. Es wirkt erstickend und im höchsten Grade giftig; jedoch haben geringe Mengen desselben, wenn es z. B. als Schwefelwasser angewendet wird, eine entschieden wohlthätige Wirkung, besonders auf das Respirationssystem. S. unterhält das Verbrennen nicht, ist aber selbst brennbar und verbrennt mit blauer Flamme zu schwefliger Säure und Wasser. Der S. wird bereitet durch übergießen von Schwefelmetallen, namentlich Schwefeleisen, mit verdünnter Schwefelsäure, wobei das Gas entweicht. Er ist ein wertvolles Mittel, das in der analytischen Chemie zur Trennung der Metalle Anwendung findet. Eine Auflösung des Gases in Wasser ist das Schwefelwasserstoffwasser (Aqua hydrosulfurata), welches als Reagens benutzt wird. [[Ammonium.