FeedFaulfieber
HeilkundeBrockhaus 1882

Faulfieber (putride Fieber) nennt man Fieberzustände, bei welchen das Blut zur Zersetzung eneigt ist und seine Gerinnbarkeit eingebüßt chr Ihre Kennzeichen sind: große Hinfälligkeit, sehr hohe Temperaturgrade, kleiner frequenter Puls, schwere nervöse Störungen (Betäubung, Delirien, große Apathie u. s. w.), mißfarbige Haut, Blutunterlaufungen unter derselben (Petechien und Striemen), freiwillige dünnflüssige Blutungen aus Mund, Nase, After, übler, selbst aashafter Geruch des Atems und der Ausleerungen u. dgl. Derartige Fieber sind in der Regel Typhen (s. Typhus) mit besonders bösartigem Charakter, zuweilen auch Eitervergiftungen des Blutes, letzteres namentlich, wenn andere Krankheiten (z. B. Blattern) den sog. fauligen Charakter annehmen. Doch kommt es auch bei herrschendem Skorbut (s. d.) vor, daß derselbe in akuter fieberhafter Weise verläuft, was dann ein eigentliches oder selbständiges (idiopathisches) F. nannt werden könnte. Zur Behandlung dieser ustände dienen die sog. antiseptischen Mittel, besonders Säuren, China und Salicylsäure, Wein, Kampfer u. dgl.; am 155 Waße sind jedoch frische reine Luft, frisches kaltes asser, äußerste Reinlichkeit und kräftigende, aber leichtverdauliche Nahrung. (S. Fieber.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 607Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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