Schweiß (sudor), die tropfbarflüssige Hautausdünstung, welche von eigens dazu bestimmten Organen abgesondert wird. Es sind dies die in außerordentlich großer Anzahl vorhandenen zierlichen knäuelförmigen Schweißdrüsen (glandulae sudoriparae), welche in der Lederhaut liegen und durch einen die obern Hautschichten durchbohrenden Ausführungsgang, den Schweißkanal, ihr Produkt nach der Oberfläche der Haut leiten, wo es durch die Schweißporen hervortritt. (S. Haut.) In gewöhnlichem, ruhigem Zustande des Körpers und des Geistes und bei mittlerer Temperatur wird nur so viel Feuchtigkeit abgesondert, als in derselben Zeit wieder verdunstet (die sog. unmerkliche Perspiration); aber bei reichlicherm Säfteandrang nach den Schweißdrüschen oder bei behinderter Verdunstung auf der Hautoberfläche (z. B. unter Wachstaft, oder in sehr feuchter Luft, im Dampfbad) erscheint der tropfbare S. Die chem. Bestandteile des S. sind Wasser (über 99 Proz.), einige sog. flüchtige Fettsäuren (Ameisensäure, Buttersäure, Essigsäure), denen der frische S. seinen sauern Geruch verdankt, Fette, Cholesterin, Spuren eines Farbstoffs, Harnstoff und einige Mineralsalze, besonders Kochsalz. In der Schweißabsonderung kommt also der Haut eine ähnliche Thätigkeit zu wie etwa den Nieren. Man schätzt die tägliche