Schweninger (Ernst), vielgenannter Mediziner, geb. 15. Juni 1850 zu Freistadt in der Oberpfalz, besuchte die Gömnasien zu Amberg und Regensburg und widmete sich seit 1866 zu München dem Studium der Medizin; 1870 wurde er Assistent des berühmten pathol. Anatomen und Diagnostikers Professor von Buhl und blieb in dieser Stellung bis 1879, nachdem er sich 1875 als Docent für pathol. Anatomie an der Universität zu München habilitiert hatte. Erst 1879 trat er mehr in die ärztliche praktische Thätigkeit ein und wurde zunächst bekannt durch die erfolgreiche Behandlung des Grafen Wilhelm Bismarck, welchen er von einer hartnäckigen schmerzhaften Gicht befreite. Der ungewöhnliche Erfolg dieser Kur war die Veranlassung, daß sich auch der Reichskanzler Fürst Bismarck seiner Behandlung anvertraute, an dessen Wiederherstellung die bewährtesten und tüchtigsten Arzte gezweifelt hatten. Infolge der allgemeines Aufsehen erregenden völligen Heilung des Reichskanzlers wurde S. 1884 zum Professor an der berliner Universität, zum außerordentlichen Mitglied des kaiserl. Gesundheitsamts, sowie zum Direktor der Abteilung für Hautkrankheiten an der Charité ernannt. Seine Abhandlungen pathologisch-anatomischen, diagnostischen und therapeutischen Inhalts sind unter dem Titel Gesammelte Arbeiteno (Berl. 1886) erschienen. „Schwenkfeld (Kasp.), der Begründer der nach ihm benannten Sekte der Schwenkfeldianer, geb. 1490, ein schles. Edelmann aus dem alten Geschlechte von Ossig, stand zur Zeit der Reformation als Rat in den Diensten Friedrichs II., Herzogs von Liegnitz. Ohne gelehrte theol. Bildung, aber, wie viele seiner Zeitgenossen, von mystischen Ideen berührt, suchte er die reformatorischen Gedanken, denen er anfangs mit Begeisterung sich angeschlossen, in einer Weise weiter zu bilden, welche den Reformatoren als Schwärmerei erschien. Wie viele andere Schwarmgeistery seiner Zeit verlangte er Aufrichtung einer Kirchengemeinschaft, in welcher nur wahrhaft Heiliger Zutritt fänden, verachtete alles äußere Schrift⸗ und Kirchentum und berief sich auf die unmittelbar innere Erleuchtung der Seele, auf das r Christi in uns, als die einzige Norm des Glaubens und Lebens. Seine Lehren sprach aus in dem „Bekanndtnus und Rechenschaft von den Hauptpunkten des christl. Glaubens » (1547). Schon 1528 aus seinem Vaterlande verbannt, wanderte er unter mancherlei Verfolgungen in Schwaben und am Rhein umher. Nach seinem in Ulm 10. Dez. 1561 erfolgten Tode bildeten sich zuerst in Schlesien besondere Gemeinden, die seinen Ansichten folgten und strengere Kirchenzucht unter sich einführten. Nach harten Verfolgungen fanden sie 1733 eine Zuflucht in Nordamerika, wo sie selbst noch jetzt geschlossene Gemeinden mit eigenen Geistlichen und Bethäusern bilden. Vgl. Kadelbach, «Ausführliche Geschichte Kaspar von S.s u. s. w.» (Lauban 1861). Schwenkguß, ein Gießverfahren zur Herstellung hohler Gegenstände, wobei nur wenig Metall ö in die Form gegossen und in derselben bis zum Erkalten herumgeschwenkt wird, sodaß es sich als Kruste rings an der Form ansetzt. Auch die auf solche Art gegossenen Gegenstände werden als S. zusammengefaßt. (Vgl. Metallguß.)