Häser (Heinr.), namhafter mediz. Schriftsteller, Sohn des vorigen, geb. 15. Okt. 1811 zu Rom, verlebte seine Jugend erst in Lemgo, dann in Weimar, wo er auch seine Gymnasialbildung erhielt. Nachdem er seit 1830 zu Jena Medizin studiert, promovierte er daselbst mit der Abhandlung De influentia epidemica (1834), wodurch er auf das Studium der Epidemien geführt wurde. Nach der Rückkehr von einer längern Reise, auf welcher er die wichtigsten mediz. Unterrichtsanstalten von Deutschland, namentlich München, Wien, Berlin, Halle, besuchte, ward ihm 1835 das im neustädter Kreise des Großherzogtums Weimar gelegene Städtchen Auma als ärztlicher Wirkungskreis angewiesen. Doch verließ er dasselbe schon im Herbst desselben Jahres, um sich Michaelis 1836 als Privatdocent in Jena zu habilitieren. Hier bekleidete H. zugleich mehrere Jahre hindurch die Stelle eines Sekundärarztes der Poliklinik und wurde 1839 zum außerord., später zum ord. Honorarprofessor ernannt. Im J. 1849 folgte er einem Rufe als ord. Professor nach Greifswald, von wo er 1862 in gleicher Eigenschaft nach Breslau übersiedelte. H.s Lehrthätigkeit erstreckt sich vorzugsweise auf Encyklopädie, Arzneimittellehre, Epidemiologie und Geschichte der Medizin. Auf letzterm Gebiete namentlich hat er seinen Ruf als Gelehrter und Schriftsteller begründet. In den spätern Jahren seines jenaischen Aufenthalts und in Breslau leitete H. zugleich ein klinisches Institut für kranke Kinder. Unter seinen mediz.⸗geschichtlichen Werken sind besonders hervorzuheben: (Histor.⸗ pathol. Untersuchungen als Beiträge zur Geschichte der Volkskrankheitend (2 Bde., Dresd. u. Lpz. 1839 41), «Lehrbuch der Geschichte der Medizin und Volkskrankheiten»(Jena 1845; 2.Aufl.1853; 3.Aufl., 3 Bde., 1875—81), «Geschichte der christl. Krankenpflege und Pflegerschaftend (Berl. 1857), Die Vaceination und ihre Gegnero (Berl. 1854). Auch besorgte er die Herausgabe des von Gruner hinterlassenen großen Quellenwerks über die Geschichte des Englischen Schweißes (&Scriptores de sudore anglicoy, Jena 1847) und stellte eine Bibliotheca epidemiographica (Jena 1843; 2. Aufl., Greifswald 1862) zusammen. In den J. 1840—42 gab er das Repertorium für die gesamte Medizino, sowie 1840—47 das «Archiv für die gesamte Medizind (10 Bde.) heraus.