Schwermut, s. Melancholie. SE werpunkt nennt man denjenigen Punkt in jedem festen Körper, welcher allein unterstützt zu sein braucht, wenn der Körper nicht fallen soll, und in welchem also die ganze Kraft, mit welcher der Körper zur Erde gezogen wird, vereinigt gedacht werden kann. Die Unterlage oder Stütze, welche diesen Punkt zu fallen hindert, trägt mithin das Gewicht des ganzen Körpers, dessen übrige Teile sich nach dem Gesetz des Hebels das Gleichgewicht halten. Ist die Dichtigkeit eines Körpers in allen Teilen desselben gleich, so fällt der S. mit dem Mittelpunkt, falls die Gestalt einen solchen hat, zusammen, wie z. B. bei Kugeln von gleicher Dichtigkeit. Die Lehre vom S. ist eine der wichtigsten in der Mechanik und findet im gemeinen Leben beim Lasttragen, Balancieren, Seiltanzen, Schlittschuhlaufen u. s. w., ja selbst beim Gehen, unaufhörliche, wenngleich unbewußte Anwendung. Behufs Feststellung des S. eines Körpers hängt man den letztern an zwei verschiedenen Punkten, welche einander nicht direkt gegenüberliegen, nacheinander mittels eines Fadens auf. Die verlängerte Richtung des Fadens geht jedesmal durch den S. des Körpers. er S. des Körpers muß also da liegen, wo die beiden verlängerten Richtungen des Fadens bei den aufeinanderfolgenden Aufhängungen sich schneiden. (S. Gleichgewicht.) Bei flässigen Körpern kann im allgemeinen von einem S. nicht die Rede sein, oder wenigstens nur unter der Voraussetzung, daß sie eine gewisse Gestalt beibehalten. chwerspat oder Baryt, ein weitverbreitetes Mineral, welches dem rhombischen Krystallsystem angehört; die verbreitetste Gestalt ist diejenige einer rhombischen Tafel mit den Winkeln von 101 40˙ und 78 20“; diese Form (niedriges Prisma und ausgedehnte Basis) kann auch leicht durch Spaltung erhalten werden; andere Krystalle sind mehr rektangulär-tafelartig, prismatisch gestreckt oder von sargähnlichen Formen; häufig finden sich Drusen und mancherlei Gruppen, schalige, stengelige, faserige und körnige, auch dichte Aggregate. Die Härte beträgt 3 bis 3,5, das spezif. Gewicht 4,3 bis 4,7. Das Mineral ist bisweilen wasserhell, meist blaßrötlich oder blaßgelblich, auch bläulich und grün, glas- oder fettglänzend. Chemisch besteht es aus Baryumsulfat Bas0, mit 65,6s Baryt und 34,32 Schwefelsäure, analog zusammengesetzt dem Cölestin und Anglesit, womit der S. auch isomorph ist; manche Varietäten führen einen kleinen Strontiumgehalt. Vor dem Lötrohr zerknistert er heftig und schmilzt sehr schwer, von Salzsäure wird er nicht angegriffen. Er findet sich sowohl auf vielen Erzgängen als in Hohlräumen sedimentärer Gebirge, den Tuudtivgesteinen ist er fast ganz fremd. Bekannte Fundpunkte schöner Krystalle sind: Freiberg und Marienberg in Sachsen, Clausthal, Przibram und Svarov in Böhmen, Felsöbanya in Ungarn, Kapnik in Siebenbürgen, Courtade in der Auvergne, Dufton bei Bristol. Bei Banz in Württemberg sind Ammoniten des Lias, bei Nontron Belemniten des Jura in S. umgewandelt. Zu Chaudefontaine bei Lüttich kommen schöne faserige Varietäten vor, zu welchen auch der kugelige, im Dunkeln phosphoreszierende sog. Bologneserschwerspat aus den Mergeln des Monte-Paterno bei Bologna gehört. Bei Meggen in Westfalen finden sich mächtige Lager von dichtem S. von mehr als tausend Meter Erstreckung. Der weiße derbe S. wird pulverisiert zur Verfälschung des Bleiweißes mißbraucht; außerdem dient das Mineral besonders zur Darstellung der Baryterde und mancher ihrer Präparate.