FeedSeb oder richtiger wohl Keb
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Seb oder richtiger wohl Keb, ist der ägypt. Name des Erdgottes, den man sich als einen liegenden Mann, dessen Rücken die Erde bildet, dachte. Er war der Gemahl der Himmelsgöttin Nut und Vater des Osiris und der Isis. Sebak (genauer wohl Sobk), ein ägypt. Gott, dem das Krokodil heilig war, daher er auch meistens krokodilmäßig auf den Denkmälern abgebildet wird. Er wurde besonders in Oberägypten viel verehrt und erscheint hier nicht selten auch unter die Götter der ersten Götterdynastie als letzter aufgenommen. In Ombos hatte er mit Harueris einen Doppeltempel. Auch im Fayum wurde er eifrig verehrt. Sebaldus, einer der Schutzpatrone (neben dem heil. Lorenz) Nürnbergs, der 1425 vom Papst Martin V. kanonisiert wurde, soll nach einigen der Sohn eines dän. Königs, nach andern der Sohn eines Landmanns gewesen sein. Wie die Legende erzählt, studierte er in Paris, vermählte sich dort mit der Tochter des Königs Dagobert III., trennte sich aber schon am folgenden Tage von ihr, um sich einem beschaulichen Leben zu widmen, und pilgerte nach Rom. Nachher soll er auch nach Deutschland gekommen sein und zuletzt in einem Walde bei Nürnberg als Einsiedler gelebt haben. Er starb 801 (nach andern 901 oder 1070) und hatte befohlen, seinen Leichnam auf einen mit Ochsen bespannten Wagen zu legen und ihn da zu begraben, wo diese freiwillig stehen bleiben würden. Dies geschah an der Peterskapelle zu Nürnberg, welche, hierauf erweitert, Sebalduskirche genannt wurde; in derselben befindet sich das prächtige Grabdenkmal des S., welches Peter Vischer und dessen Söhne 1508 — 19 fertigten. Sein kirchlicher Gedächtnistag ist der 19. Aug.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 629Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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