Seebach (Marie), Schauspielerin, geb. 24. Febr. 1834 zu Riga, bildete sich in Köln zur Sängerin aus und spielte als Soubrette in Nürnberg, Lübeck, Danzig und Kassel. Sie wandte sich 1852 nach Hamburg, wo sie zum höhern Drama überging und als Gretchen mit solchem Erfolg auftrat, daß sie sofort auf zwei Jahre engagiert wurde. Nach Ablauf ihres Kontrakts folgte sie im Herbst 1854 einer Einladung Laubes nach Wien und ward hier alsbald bei dem Burgtheater angestellt. Inzwischen hatte sie bei den Mustervorstellungen 1854 in München besonders als Gretchen ungewöhnliche Erfolge erzielt. Im J. 1856 folgte sie einem Rufe an das Hoftheater nach Hannover; 1859 vermählte sie sich mit dem ebenfalls in Hannover engagierten Heldentenor Albert Niemann (s. d.) und trat seitdem unter dem Namen Niemann-Seebach auf. Im J. 1866 siedelte sie mit ihrem Gatten nach Berlin über und beschränkte seitdem ihre künstlerische Thätigkeit auf Gastspiele, deren sie schon früher zahlreiche gegeben hatte. Ihre vorzüglichsten Rollen waren damals Klärchen, Gretchen, Marie (in «Clavigov), Julia, Ophelia, Luise (in Kabale und Liebe v) und Jane Eyre. Nachdem 1868 ihre Ehe getrennt worden war, betrat S. die Bühne unter ihrem frühern Namen, gab namentlich auch Gastspiele in Petersburg, den Niederlanden und (1871) in den Vereinigten Staaten von Amerika und nahm nach der Rückkehr von dort ihren dauernden Wohnsitz in Dresden. Ihre bedeutendsten Rollen aus späterer Zeit sind Maria Stuart, Lady Macbeth und Kriemhild.