Segur, eine berühmte franz. Adelsfamilie, die früher in zehn, jetzt meist ausgestorbene Linien zerfiel. Dieselbe stammt aus Guyenne, war dem Protestantismus zugewendet und erlitt in den Religionskriegen große Drangsale. Philippe Henri, Marquis von S., der Linie S.⸗Ponchat angehörig, wurde 1724 geboren, in den Kriegen Ludwigs XV. General und erhielt später das Kommando in der Franche-Comté. Ludwig XVI. ernannte ihn 1780 zum Kriegsminister. In dieser Stellung errichtete er die leichte Artillerie, schuf einen Generalstab und sorgte für bessere Ausbildung der Offiziere. Nach dem Frieden von 1783 erhielt er den Marschallsstab. Noch vor dem Ausbruch der Revolution nahm er als Minister seine Entlassung, weil er die Politik des Hofs mißbilligte. In der Revolution wurde er ins Gefängnis geworfen, entging aber der Guillotine. Er starb 3. Okt. 1801. Joseph Alexandre, Vicomte de S., Lustspiel- und Operndichter, der zweite Sohn des vorigen, geb. zu Paris 1756, erhielt 1788 den Grad eines Maréchal-de-Camp. Von seinen ersten litterarischen Arbeiten sind zu nennen die «Correspondance secrète de Ninon de I'Encloso (Par. 1790), eine täuschende Nachahmung, und der Roman La femme jalouser (Par. 1791). Er verlor während der Schreckenszeit ebenfalls Freiheit und Vermögen und starb zu Bagneres 27. Juli 1805. S. schrieb zahlreiche Lustspiele, darunter Le retour du marip. Von seinen vielen Liedern gilt L'amour et le tempso als das beste. Sein letztes Werk: WLes femmes, leur condition et leur influence dans P'ordre sociale, etc.o (3 Bde., 1803), wurde oft aufgelegt. Seine Oeuvres diverseso erschienen 1819.