Seisseralp, ein Hochplateau der südtiroler Dolomitalpen, zwischen dem Thale des Eisak und dem Fassathale im Gerichtsbezirk Kastelruth der tiroler Bezirkshauptmannschaft Bozen gelegen, vom Dorfe Seiß (431 C.) benannt, lehnt sich südlich an die Schlernkette an und fällt nördlich steil zum Grödenerthale ab, dem der Hauptbach der Alp durch die wilde Saltariaschlucht zufließt. Die S. bildet einen weiten, von Südosten nach Nordwesten gerichteten Kessel von etwa 60 Km Umfang, in der Mitte etwa 1400 m, an den Rändern über 2000 m hoch. Im Süden wird die hügelige, von vielen Schluchten und Gräben durchschnittene Hochfläche von den Dolomitwänden und Zacken des Schlern (2561 m) und der Roßzähne, im Nordosten vom Langkofel (3179 m), im Nordwesten vom Pufflatsch (2174 m) überragt. Geologisch merkwürdig ist sie durch den Petrefaktenreichtum ihrer Mergelschiefer und Thonmergel, welche den St. Cassianschichten der Trias angehören, und durch die Augitporphyrkuppen, welche den nördl. und nordwestl. Rand bilden; dem Botaniker gewährt der grasreiche, stellenweise sumpfige Boden besonders im Juni und Juli eine reiche Ausbeute von Sumpf⸗ und Alpenpflanzen. Die S., größtenteils Eigentum der an ihrem Nordwestfuße gelegenen Gemeinde Kastelruth (1058 m, 3208 C.), ist die größte Alp Tirols und vielleicht der Alpen, zählt 400 Heustadel und etwa 100 zerstreut liegende Sennhütten, von welchen die abeim Mahlknechto, 2 km westlich vom gleichnamigen Joche, die bekannteste ist, und bietet Sömmerung für 1200—1300 Stück Rindvieh. Üüber dieselbe führt ein vielbegangener, aussichtsreicher Weg von Campitello im Fassathale nach der Station Atzwang der Brennerbahn, 13 oberhalb Bozen. Derselbe ist 40 km lang und steigt von Campitello nordwestlich durch das Duronthal an, gewinnt über das Mahlknechtjoch (2196 m, ital. Molignon) die Höhe der S. und senkt sich von derselben westlich durch das schluchtartige Thal des Tschappitbachs zum Eisak hinab. Seistän, arab. Segestän (Sedschistän), Landschaft in der Mitte des Hochlandes Jrän, am untern Lauf des Hilmend und am Salzsumpf Hämün Gare), im S. von Wüste begrenzt, meist ebene Steppe, doch am Hilmend und den aus diesem abgeleiteten Bewässerungskanälen sehr fruchtbar, liegt durchschnittlich 400 m über dem Meere und hat ein heißes Klima. Seit 1862 gehört der Westen von S. zu Persien und bildet einen Bezirk der Provinz Chorasan, der Osten verblieb Afghanistan. Die Bevölkerungsziffer des pers. Bezirks wird zu 150000 E. angenommen. S., zur Zeit der Achämeniden der Hauptteil von Drangiane, welches von den Zarangae (altpers. Zaranka oder Daranka) bewohnt wurde, fiel um 130 v. Chr. von Baktrien her vordringenden sakischen Eroberern in die Hände und hieß seitdem bei den hellenistischen Völkern des Westens Sakastäne, d. h. Sakenland, welchen es seitdem, wenig verändert, bei Iraniern und Arabern behielt.