Selbstentzündung findet bei gewissen Stoffen oder Gegenständen, welche leicht verbrennlich sind und mit Begierde Gase oder Dämpfe aufsaugen, unter besondern Umständen statt. Mit jener Absorption ist eine Verdichtung der Gase u. s. w. und damit eine Wärmeentwickelung verbunden, die zur Entzündung führen kann. Besonders zeigt sich diese Erscheinung bei der Holzkohle, wenn sie frisch bereitet und fein gepulvert in größern Mengen aufgeschichtet wird. Nicht gehörig entsäuerte Schießbäumwolle unterliegt gleichfalls der S. Phosphor und verschiedene chem. Präparate, wie das in der Kriegsfeuerwerkerei angewendete Gemenge von chlorsaurem Kali mit Schwefelantimon, entzunden sich außer durch Reibung auch oft freiwillig durch bloßen Zutritt von Luft oder Feuchtigkeit. Aus einer angefeuchteten und dann leicht mit Erde bedeckten Mischung von Eisenfeilspänen und Schwefel entsteht nach einigen Stunden ein künstlicher Vulkan, während Haufen von dicht zusammengeschichtetem Heu, Getreide, Sägespänen mancher (namentlich harzreicher) Holzarten, Wolle, fett⸗ und ölhaltige Tuchabfälle, Wischlappen u. s. w. längerer oder kürzerer Zeit bedürfen, um in Flammen auszubrechen. Die in neuerer Zeit aufgetauchten Artikel aus Celluloid (im wesentlichen ein Gemenge von Schießbaumwolle und Kampfer), wie Billardbälle u. s. w., sollen beim Anprallen auch schon S. bewirkt haben. Die S. der Steinkohle in Schiffen, die schon zu großen Unglücksfällen Veranlassung gegeben hat, ist eine Folge von Absorption atmosphärischen Sauerstoffs und der Entwickelung brennbarer Gase aus den Kohlenlagern; alle Mittel, die man dagegen angewendet, namentlich die Ventilation im Innern der Kohlenladungen, haben sich als unwirksam erwiesen. Nicht selten mag wohl auch von einer S. gesprochen werden, wo thatsächlich eine Verwahrlosung vorliegt.