FeedSemaphör
TechnikBrockhaus 1882

Semaphör (grch., d. i. Zeichenträger) war zunächst die Bezeichnung für die 1862 auf hochgelegenen Punkten der franz. Küsten errichteten optischen Telegraphen, welche dazu dienen, die Ankunft und Bewegung aller von der hohen See kommenden Fahrzeuge zu melden, ihnen amtliche Mitteilungen zukommen zu lassen oder von ihnen Mitteilungen zur raschen Weiterbeförderung zu erhalten. Seit 1864 wurden die S. auch dem allgemeinen öffentlichen Verkehr zugänglich gemacht und mit dem Telegraphennetz in Verbindung gebracht. Andere Staaten, insbesondere Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Dänemark, Schweden und Norwegen, Italien, Osterreich, Spanien und Portugal, folgten bald nach und 1873 wurden diese Apparate auch im Deutschen Reiche eingeführt; sie dienen zugleich als meteorolog. Stationen und geben die Sturmwarnungssignale. An zahlreichen Küstenplätzen sind eigene Semaphorstationen errichtet, für welche eine internationale Zeichensprache besteht, über die die amtlichen Signalbücher (z. B. «Signalbuch für Kauffahrteischiffe aller Nationeno, herausg. vom Bundeskanzleramt, Berl. 1870) Auskunft geben. Ferner sind an vielen Leuchttürmen Vorrichtungen angebracht, durch welchevorübergehenden Schiffen Signale gegeben werden. Auf einzelnen Kriegsflotten, wie z. B. auf der englischen, sind sie zur schnellen Kommunikation der Schiffe untereinander eingeführt. — Auch die optischen Telegraphen der Eisenbahnen werden häufig als S. bezeichnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 686Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6