FeedSeminar
ReligionBrockhaus 1882

Seminar (vom lat. seminarium, d. h. Pflanzschule) nennt man besonders in Deuts chland Anstalten zur Bildung von Lehrern und Geistlichen. Dahin gehören auch die Predigerseminare der kath. undprot. Länder, sowie die Schullehrerseminare. Auch bestehen an den Universitäten homilet., theol., jurist., statist., philolog., histor., romanisch-engl., mathem. und andere Seminare, welche ihren Mitgliedern zu eigenen Arbeiten und Übungen Gelegenheitgeben. Besondere pädagogische Seminare für Lehrer an höhern Schulen gibt es in Berlin, Breslau, Göttingen, Königsberg i. Pr., Magdeburg, Stettin, Leipzig, Gießen. Für die Volksbildung sind die Schullehrerseminarxe am wichtigsten. Ihre eigentliche Entstehung fällt in die zweite Hälfte des 18. Jahrh. Julius Hecker hatte schon 1748 eine Privatlehrer— Bildungsanstalt in Berlin; 1751 wurde ein S. in Hannover errichtet und nun wuchs die Anzahl derselben sehr schnell. Die Bildung, welche diese S. geben, zerfällt in eine schulwissenschaftliche und in eine pädagogische Bildung nach Theorie und Praxis. Man unterscheidet Lehrer- und Lehrerinnenseminare; die Gründung der letztern, welche großenteils Privatanstalten sind, gehört der neuesten Zeit an. Zu erwähnen sind noch die niedern evangelisch-theologisch-philologischen S. (ehemalige Klosterschulen) in Württemberg, die Vorbereitungsanstalten für die theol. Fakultät in Tübingen sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

In anderen Lexika 1

Alle Lexika nebeneinander →

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6