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ErdkundeBrockhaus 1882

Seminolen, eins der sog. Floridavölker in Nordamerika (s. Indianer), ein Zweig des Choctaw-Muskogheestamms, hatten ihre Wohnsitze am Chattahootcheeflusse in Georgia und gehörten zu der Konföderation der Creeks (s. d.). Infolge Streitigkeiten trennten sich die S. vom Hauptstamme und ließen sich von 1750 an in Florida nieder. Die letzten überreste der in Georgia Zurückgebliebenen folgten w1808 nach. Die Oberherrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika erkannten sie nur widerwillig 1823 an. Im J. 1832 sollten sie in das Indianergebiet westlich vom Mississippi verpflanzt werden, widersetzten sich aber und führten unter Osceola einen grausamen Grenzkrieg, welcher von 1835 bis 1842 dauerte. Die S. unterlagen schließlich und wurden von 1839 an ins Indianergebiet geschafft. In Florida blieben nur wenige Hunderte, welche aber 1858 auch über den Mississippi geführt wurden. Die ihnen dort eingeräumte Reservation traten sie 1865 der Bundesregierung ab 0 erhielten neue Wohnsitze westlich von den Creeks. Nächst diesen, den Choctaws und Cherokesen sind sie zur Zeit die verhältnismäßig civilisiertesten Indianer. Auf Grund der mit ihnen abgeschlossenen Verträge (zuletzt 21. März 1866) erhalten sie ein Jahrgeld von 25000 Doll., 2500 Doll. für ihre Schulen und 1000 Doll. für ihre Regierung. Im J. 1874 zählten sie 2438 Seelen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 688Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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