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GeschichteBrockhaus 1882

Sennyey (spr. Schenniei, Paul, Freiherr von), ungar. Staatsmann, geb. 1822 im Zempliner Komitat, studierte Jurisprudenz, wurde dann erst Honorar-Vize⸗, nachher Obernotar des Zempliner Komitats, kam hierauf als Sekretär zum königl. ungar. Statthaltereirat und wurde später zum Honorar-Präsidialsekretär bei der königl. ungar. Hofkanzlei ernannt. Im J. 1848 vertrat S. den Bodrogközer Bezirk des Zempliner Komitats im Reichstage, wo er eine der Hauptstützen der Legitimitätspartei wurde. Nach 1848 zog er sich in das Privatleben zurück. Im J. 1860 wurde er zum Vizepräsidenten des ungar. Statthaltereirats ernannt, von welcher Stelle er jedoch mit dem Wiedereintritt eines neuen Provisoriums zurücktrat. S. Bost sich seitdem stets mehr den versöhnlichen polit. Anschauungen Franz Deäks, trat im Okt. 1865 als Tavernikus (Schatzmeister) an die Spitze der ungar. Landesverwaltung und vermittelte mit dem damaligen Hofkanzler Mailäth das Zustandekommen des Ausgleichs, der im J. 1867 perfekt wurde. Hierauf zog sich S. im Febr. 1867 wieder ins Privatleben zurück. Im Herbst 1872 wurde S. zum Reichstagsdeputierten gewählt; als solcher bekannte er sich in polit. Hinsicht zur Deäk-Partei. Im J. 1874 stellte er sich an die Spitze der durch ihn organisierten konservativen Partei, konnte jedoch wegen andauernder Kränklichkeit keine größere Wirksamkeit entfalten, ja er mußte für längere Zeit aller öffentlichen Thätigkeit entsagen. Erst seit 1885, wo er zum Judex curiae und Präsidenten des Magnatenhauses ernannt wurde, trat er wieder in das polit. Leben ein. Er gehört zu den hervorragendsten Staatsmännern Ungarns.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 702Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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