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GeschichteBrockhaus 1882

Somssich (spr. Schomschitsch) oder So mssies (Paul), konservativer ungar. Staatsmann, geb. 13. Jan. 1810 (oder 1811) auf dem Gute Särd im Somogyer Komitat, stammt aus einem altadeligen Geschlecht dieses Komitats. Er gehörte seit 1843 dem Landtage an und erhielt 1844 eine Anstellung bei der ungar. Statthalterei, wo er die Aufmerksamkeit des damaligen Palatin Erzherzog Joseph auf sich zog und zum Hofrat ernannt wurde. Als der Landtag 1847 begann, wurde S. im Komitat Baranya inn. zog sich aber mit dem Ausbruche der Märzrevolution zurück. Er veröffentlichte seitdem mehrere Flugschriften über Zeitfragen, darunter «Ungarns altes Rechte; auch übersetzte er Guizots Histoire de la revolution d'Angleterres ins Ungarische (Pest 1851). Auf den ungar. Reichstagen 1861 und 1865 zeichnete er sich in den Reihen der sog. Déak-Partei als einer der besten Redner aus. Im J. 1872 wurde er vom Rigyiczer Wahlbezirk in das ungar. Abgeordnetenhaus gewählt und machte sich durch seine Opposition gegen den wirtschaftlichen Ausgleich mit Osterreich bemerkbar. Später zog er sich ins Privatleben zurück und wurde im J. 1885 zum lebenslänglichen Mitgliede des ungar. Magnatenhauses ernannt. S. bekleidet auch die Würde eines k. k. Wirkl. Geheimrats.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 923Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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