FeedSensenschmid (Johann)
TierreichBrockhaus 1882

Sensenschmid (Johann), erster Buchdrucker in Nürnberg, druckte hier von 1473 bis 1478, worauf er nach Bamberg zog, wo er von 1482 bis 1490 druckte; auch in Regensburg verweilte er und druckte hier ein Missale. In Nürnberg verband er sich mit — gelehrten Wcn 5 Friesner, der die Buchdruckerkunst in Leipzig einführte. Seusibilität (lat.) ist die Fähigkeit der sinnlichen Empfindung im Gegensatze zur Irritabilität (. d.), als der Fähigkeit der organischen Gewebe, auf äußere Reize zu reagieren, welche zusammengenommen den Charakter des Tiers im Unterschiede von der Pflanze ausmachen, Denn die Pflanze hat zwar Reizbarkeit als eine lebendige Reaktion auf äußere Einwirkungen mit dem tierischen Körper gemein, ermangelt aber der zur S. gehörigen Sinnesorgane und ihrer Nerven. Die Funktionen der S. sind ausschließlich an eine bestimmte Art von Nerven, die Empfindungsnerven, geknüpft, während die Bewegungsnerven ebenso wohl als der größte Teil der Gehirnorgane unempfindlich sind. (S. Nerven.) Und zwar dient unter den Empfindungsnerven mehrenteils ein jeder nur allein der Erzeugung einer bestimmten, ganz spezifischen Art von Empfindungen, wie z. B. der Sehnerv alle Reizungen, welche ihm widerfahren, nur allein mit der Empfindung von Licht und Farbe, der Hörnerv mit der Empfindung von Schall und Geräusch beantwortet. Daher ist die S. nicht als das Vermögen einer passiven Aufnahme von physik. Eindrücken, sondern als das Vermögen der Umsetzung physik. Reize in psychische Vorgänge aufzufassen. Sie gehört daher zu den Thätigkeiten des Seelenlebens in seiner Verbindung mit der physik. Außenwelt. Die S. steht zu den Kräften, welche die Ernährung der Nerven aus dem Blute vermitteln, in einem Antagonismus, indem alles Empfinden den Nerven anstrengt, aar in seiner Ernährungsthätigkeit herabsetzt, jedoch so, daß der Nerv durch übung gewöhnt werden kann, immer größere Anstrengungen ohne Schaden für seine Ernährungsthätigkeit zu ertragen. Werden die sensibeln Nerven zu großen Anstrengungen ausgesetzt, so entsteht daraus Nervenschwäche (s. d.) als der Zustand, in welchem kleine Reize so wirken, als wären sie große, die großen aber Zerrüttung des Nerven herbeiführen. Durch Verbreitung dieser Beschaffenheit auf die Centralorgane des Nervensystems entstehen nervöse Zustände einer übermäßig gesteigerten Reizbarkeit und Nervenkrankheiten. Auch zu lange Ruhe ist der Erregbarkeit der sensibeln Nerven schädlich; Wechsel zwischen Ruhe' und Erregung scheint ihre Erregbarkeit zu erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 704Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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