Sentimentalität oder gesteigerte Empfindsamkeit (s. d.) bezeichnet den Zustand eines Übergewichts der Empfindung über das thätige Streben. Als Gegensatz des Naiven (s. Naiv) haben Schiller und Goethe das Wort sentimental zur Bezeichnung einer durch das übergewicht der subjektiven Gefühlswärme über die objektive Anschaulichkeit und Deutlichkeit charakterisierten Form der poetischen Darstellung gebraucht. Eingebürgert wurde das Wort sentimental durch Richardsons Roman „Sir Charles Grandison (Bd. 6, Brief 52).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 704Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei