Septichämie (Ichorrhämie, Jauchevergiftung), eine meist akut auftretende schwere Infektionskrankheit, welche durch den Übertritt von fauligen und zersetzten Substanzen in das Blut entsteht. Bei Tieren kann man die Krankheit künstlich dadurch erzeugen, daß man ihnen faulende, jauchige Flüssigkeiten unter die Haut einspritzt; beim Menschen tritt sie am häufigsten bei komplizierten Knochenbrüchen, bei spontanem Brand der Extremitäten, bei brandigen Zellgewebsentzündungen und schweren ausgebreiteten Quetschungen, sowie nach schweren Entbindungen auf. Die hauptsächlichsten Symptome der S. sind ein heftiges kontinuierliches Fieber, frequenter kleiner Puls, gänzlicher Appetitsmangel, intensiver Durst, bisweilen reichliche Durchfälle, profuser Schweiß und äußerst rapider Verfall der Kräfte; unter zunehmender Betäubung erfolgt gewöhnlich gegen das Ende der ersten Woche der Tod. Nur in seltenen Fällen geht die Krankheit nach überaus langsamer Rekonvalescenz in Genesung über. Verhüten läßt sich die S. nur durch sorgfältige Anwendung der antiseptischen Wundbehandlungsmethode (s. Wunde); die Behandlung der ausgebrochenen Krankheit besteht in zweckmäßigen chirurgischen Eingriffen zur Entfernung der jauchigen Wundsekrete, in kräftiger roborierender Diät und in angemessener Bekämpfung des Fiebers durch laue oder kalte Bäder und antipyretische Heilmittel.