Sestini (Domenico), einer der größten Münzkenner, geb. zu Florenz 10. Aug. 1750, gebildet in dem Kollegium seiner Vaterstadt, machte seit 1780 Reisen in Kleinasien und wandte sich später nach Deutschland, wo er sich namentlich in Berlin aufhielt und vom König von Preußen ein Jahrgehalt erhielt. In dieser Zeit ließ er seine Letteére e dissertazioni numismatiche sopra alcune medaglie rare della collezione Ainslianea ete.v (S Bde., Livorno 1789—1805) und die «Classes generales seu monetae urbium, populorum et regum ordine geographicos (2 Bde., Lpz. 1786; 2. Aufl., Flor. 1821) erscheinen, welchem erstern Werke sich die Beschreibungen von Knobelsdorf u. a., sowie der berliner und gothaischen Sammlung als Band 6—9 (Berl. 1804—9) anschlossen. Im J. 1810 besuchte er Paris und wurde sodann von der Großherzogin Elisa Bacciochi von Toscana zum Antiquar und Bibliothekar ernannt, welche Stelle er 1814 bei der Rückkehr des Großherzogs Ferdinand III. verlor. Hierauf übernahm er die Ordnung des Hederwarschen Museums, so- wie die Beschreibungen der königl. Münzsammlung zu München, der des Königs Christian VIII. von Dänemark und des Museums zu Triest. Auch hatte er inzwischen seine vortreffliche Abhandlung über die alten Stateren (1818) und die Münzen des Achäischen Bundes geschrieben und neue (Lettere e dissertazioni numismatiches (9 Bde., Mail. 1813—20) erscheinen lassen. Großherzog Ferdinand ernannte ihn zum Professor an der Universität zu Pisa. Hieräuf erschienen seine Beschreibung des Hederwarschen Museums (7 Bde., 1828—30) und die der griech. Medaillen der Chaudoirschen Sammlung (1831). Er starb zu Florenz 8. Juni 1832. Seine Bibliothek und Manuskripte kaufte der Großherzog Leopold II. von Toscana an. Unter letztern befindet sich auch sein «Systema geographicum numismaticumo in 14 Foliobänden.