Schreibmaschine, auch nach dem engl. typewriter als Typenschreiber bezeichnet, eine mechan. Vorrichtung, mittels deren mit geringerm Aufwand von Zeit und Mühe gleichmäßigere und deutlichere Schrift als mit der Feder erzeugt werden soll. Die erste S. wurde 1855 von Foucault ausgeführt; doch sind seitdem die verschiedensten Konstruktionen aufgetaucht, unter welchen die durch die wiener Weltausstellung von 1873 bekannt gewordene, ursprünglich für Blinde bestimmte Malling-⸗Hansensche Schreibkugel, sowie die Typenschreiber der Amerikaner Sholes und Remington, in neuester Zeit die S.«Original Hammoniad und „Westphalia v, beides deutsche Erfindungen, die größte Aufmerksamkeit erregt und praktische Anwendung gefunden haben. Die Malling-Hansensche Schreibkugel besteht aus einer Halbkugel, in welcher ebenso viele Stempel als Buchstaben und Zahlen vorhanden, radial verschiebbar angeordnet sind, sodaß sie sämtlich mit den an ihren Enden angebrachten Typen auf den Kugelmittelpunkt und zwar gegen ein mit Zeiche getränktes Band stoßen, wodurch sich das eichen auf dem untergelegten Papier abdrückt, welch letzteres mittels eines Sperrwerks nach jedem Schlag um die Breite einer Type vorrückt. Bei dem im Prinzip analogen Typenschreiber von Sholes, der etwa die Größe einer Nähmaschine hat, befindet sich eine mit den Buchstaben, Ziffern und Interpunktionszeichen versehene Tastatur neben einer höher liegenden Platte mit runder Offnung, unter und in welcher der Mechanismus liegt. Derselbe besteht aus kreisförmig angeordneten Hebeln, welche an ihrem obern Ende die Typen tragen und sich um kleine Bolzen drehen. Jeder Hebel steht mittels eines Drahts mit derjenigen Taste in Verbindung, die mit der entsprechenden Type bezeichnet ist. Wird diese Taste niedergedrückt, so schlägt der Hebel nach oben. Da alle Hebel gleich dem Halbmesser der kreisrunden Offnung sind, schlagen alle Typen gegen den Mittelpunkt dieses Kreises. Damit dies mit voller Sicherheit geschieht, sind die Hebel noch in aufgebogenen Drahtcoulissen geführt, die zugleich den Hub begrenzen. Außerdem liegen die Drehbolzen in kleinen Schlitten, welche die genaue Einstellung der Type ermöglichen. über der Offnung befindet sich auf der Platte das mit Farbe imprägnierte Band, dessen beide Enden auf unter der Platte angebrachten Rollen befestigt sind, sodaß dasselbe, indem es sich allmählich auf⸗ und abwickelt, immer neue Stellen vorschiebt. Das zu beschreibende Papier wird von einem aufgebogenen Blech zwischen die mit Kautschuk überzogene Druckwalze und eine hölzerne Walze geleitet und an seinen Rändern durch zwei endlose Kautschukbänder, die um die ölzerne Walze und um die das Band tragenden ollen geschlungen sind, gefaßt, um sich dicht an die Walze anzulegen. Bei schmalem Papier wird der s eine Rand, statt von einem der Kautschukbänder, r von einer verstellbaren Stahlzunge gegen die Druck⸗(e walze gehalten. Die nach Abdruck einer Type erforderliche Verschiebung des Papiers geschieht selbst-d thätig auf folgende Weise: Die Druckwalze ist in r einem von Laufrollen getragenen, mit einer Federtrommel verbundenen, daher mit dem Papier in der f Zeilenrichtung verschiebbaren Nahmen oder Wagend elagert. In eine an dem Rahmen angebrachte Zahnsange greift ein Sperrhaken ein, wodurch die Bewegung des erstern verhindert wird. Unter den Tasten hin geht ein Stab, der von jeder angeschla-t enen Taste getroffen wird und dann den Sperrhaken einen Augenblick ausrückt, worauf eine Schnur den Rahmen und das Papier um die durch die Zahnstange abgemessene Entfernung, also für einen neuen Buchstaben vorzieht. Zur Herstellung deandris Zwischenräume dient ein vor der Tastatur efindliches Brettchen, welches nach je einem Worte niedergedrückt wird und den gleichen Vorschub, aber ohne ein Anschlagen von Typen bewirkt. Ist eine Zeile nahezu beendet, so stößt ein nach der Zeilenlänge eingestellter Anschlag gegen einen Hammer, der eine Glocke zum Ertönen bringt und dadurch das Signal für den Abschluß der Zeile gibt. Hierauf wird der Rahmen in die frühere Stellung zurückgebracht und zwar mittels einer Schnur, die von einem seitlich angebrachten Hebel angezogen wird und die zugleich die Zahnstange von dem l Sperrhaken abhebt. Von dem nämlichen Hebel aus geschieht beim Beginn einer neuen Zeile das Vordrehen der Druckwalze und des Papiers um den erforderlichen Abstand, indem derselbe bei seiner Bewegung, die durch das Anstoßen eines lose in der Zahnstange liegenden Stifts gegen einen Anschlag veranlaßt wird, einen Sperrhaken mit den Zähnen eines Sperrrads in Eingriff bringt und, da dieses an der Druckwalze sitzt, die letztere um die erforderliche Größe dreht. Auf dem vordern Rand der Platte ist eine Skala mit Zeiger angebracht, der die Länge, sowie Stelle der Zeile auf dem Papier angibt. Sämtliche Bewegungen der Maschine sind mit der Hand und unabhängig voneinander ausführbar. Mit dieser Maschine kann man bei einiger bung 50—60 Buchstaben in der Minute zum Abdruck bringen. Außerdem lassen sich mehrere (bis zu 12) Abdrücke auf einmal herstellen, indem man ebenso viele Papierblätter mit zwischengelegtem Ol⸗ oder Kohlenpapier unter die Druckwalze bringt und die Tasten kräftig anschlägt. Der Sholesschen Maschine sehr ähnlich it der in den Details mannigfach vervollkommnete, daher noch leistungsfähigere Typenschreiber, Patent Remington, welcher gleich jener besonders in kaufmännischen Geschäften zur Herstellung nur in geringer Anzahl nötiger Schriftstücke, z. B. Börsen-Preiscourante, benutzt wird. Noch wesentlich einfacher und infolge dessen bei weitem wohlfeiler ist die neue Typenschreibmaschine „Original Hammoniar von Guhl u. Harbeck in Hamburg. Bei derselben werden (ähnlich wie man beim Durchzeichnen von Stickmustern u. s. w. die Zeichnung auf einen blau oder schwarz gefärbten Bogen und unter diesen ein weißes Blatt legt, auf welchem durch Umfahren der Konturen mit einem Stift die Kopie hervorgebracht wird) die Schriftzeichen durch bloßes Herunterdrücken der Typen auf das Papier markiert. Das Wesentliche des Mechanismus besteht hier in einem Schlitten, welcher in der Längenrichtung beiderseitig von einer gezahnten Stange eingefaßt ist. Zwischen diesen Zahnstangenrahmen befinden sich in schwarzer Schrift auf weißem Grund das Alphabet, die Zahlen, gebräuchliche Satzzeichen und Abkürzungen. Unter dem Schlitten ist eine Kapsel angebracht, welche einen gefärbten Papierstreifen enthält, der sich beim Schreiben zwischen dem Papier und der Typenstange verschiebt. Vor den beschriebenen Konstruktionen hat die von E. W. Brackelsberg in Hagen den Vorzug, daß der Raum zwischen den einzelnen Buchstaben ganz gleichmäßig ist und daß der Schreibende ohne Mühe sehen kann, was er geschrieben hat. Die Typen werden auch hier nicht eingeschwärzt, sondern gegen ein abfärbendes Papierblatt gepreßt, das man auf den zu beschreibenden Bogen etc. legt.