FeedSickel (Theod., Ritter von)
ReligionBrockhaus 1882

Sickel (Theod., Ritter von), Geschichtsforscher, geb. 18. Dez. 1826 zu Aken, studierte 1845 —46 in Halle und Berlin Theologie, seit 1847 unter Lachmann Philologie und später Geschichte in Berlin, besuchte 1850—52 die Vorlesungen der Ecole des chartes in Paris und durchforschte 1852—55 die Bibliotheken und Archive Deutschlands, Frankreichs, der Schweiz und Oberitaliens, namentlich auch im Auftrage der franz. Regierung die Archive Mailands, Venedigs und Wiens. In letzterer Stadt ließ er sich dann als Docent für histor. Hilfswissenschaften nieder und wurde 1857 außerord. und 1867 ord. Professor der Geschichte und deren Hilfswissenschaften, sowie Direktor des Instituts für österr. Geschichte zu Wien, 1876 Hofrat. Auch ist S. Direktor des in Rom gegründeten Istituto Austriaco di studi storici. Im J. 1884 wurde er in den Ritterstand erhoben. Von seinen Werken sind hervorzuheben: Monumenta graphica medii aevi ex archivis et bibliothecis imperii Austriaci collectao (10 Lfgn., Wien 1858 — 80), „Schrifttafeln aus dem Nachlaß von U. F. Koppo (Wien 1868), 4 Beiträge zur Diplomatik v (8 Bde., Wien 1861—83), «Acta regum et imperatorum Carolinorum (2 Bde., Wien 1867), (Zur Geschichte des Konzils von Trienty (Wien 1872), „Alcuinstudien (Wien 1875), «über Kaiserurkunden in der Schweizv (Zür. 1877), Kaiserurkunden in Abbildungens (mit Sybel, Efg. 1.—7, Derl. 1881 fg.), „Das Privilegium Ottos I. für die röm. Kircheß (Innsb. 1883). Als Leiter der Diplomata-Abteilung der Monumenta Germaniaev hat S. bisher herausgegeben die Diplomatav Konrads I., Heinrichs I. und Ottos I. (Hannov. 1879 —84). Er ist Begründer und Mitredacteur der Mitteilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschungo (Innsb. 1880 fg.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 785Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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