FeedSiebschnäbler
TierreichBrockhaus 1882

Siebschnäbler (Lamellirostra, vgl. Tafel: Schwimmvögel II, Fig. 2—13) ist der Nanre einer gut umgrenzten, im allgemeinen sehr gleichartig gebauten Vogelordnung, die man zu den Schwimmvpögeln rechnet. Die S. sind ausgezeichnet durch einen weichhäutigen, an der Spitze zu einer Art Kegel erhärteten Schnabel, der immer an den Rändern coulissenartig vorspringende Hornlamellen trägt, die mit einer ähnlichen Seitenarmatur der im übrigen fleischigen Zunge einen Seih- oder Siebapparat darstellen, der die von den Tieren mit Wasser aufgenommene, teils animalische, teils pflanzliche Nahrung zurückhält, während das Wasser abläuft. Die Flügel sind nicht sehr lang, haben aber zahlreiche Schwungfedern, der kurze Schwanz besteht aus reichen, kleinen, auch meist zahlreichen Steuerfedern. Die Beine sind kurz, aber kräftig, mit einer genetzten Haut bedeckt; die drei Vorderzehen sind durch ganze Schwimmhäute verbunden, die Hinterzehe ist klein. Die S. besitzen eine kosmopolitische Verbreitung, sind zum Teil an das Meer, zum größern Teil aber an das süße Wasser gebunden. Man rechnet zu ihnen die Enten, Gänse, Schwäne und als aberrante Formen die Flamingos; einige Naturforscher vereinigen auch noch die sonderbaren Wehrvögel mit ihnen, die jedoch meist zu den Stelzvögeln gerechnet werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 799Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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