Sigebert von Gemblours (Sigebertus Gemblacensis), geb. um 1030 in Brabant, erhielt im Kloster Gemblours oder Gembloux unter Leitung des Abtes Olbert eine ausgezeichnete gelehrte Bildung und wurde daselbst Mönch. Nachdem er eine Zeit lang als Lehrer an der Klosterschule des heil. Vincenz zu Metz gewirkt, kehrte er um 1070 nach Gemblours zurück, wo er 5. Okt. 1112 starb. S.s Hauptwerk ist das &Chronicono, das von 381 bis 1111 reicht, indem es sich an Prospers Fortsetzung der Chronik des Hieronymus anschließt. Es ist eine Weltchronik, welche von großem Fleiß und umfassender Gelehrsamkeit zeugt und für die Folgeeit die Grundlage des hitor. Studiums wurde, fuür uns jedoch, da fast alle seine Quellen bekannt sind, von geringem Wert ist. Außer dem letzten leichzeitigen Teil sind es vorzüglich die zahlreichen ortsetzungen, welche geschichtlich wertvoll sind. Die erste kritische Ausgabe nach dem Autograph, mit allen Fortsetzungen, gab Bethmann: Monumenta Germaniaer (Scriptorumo, Bd. 6), wiederholt von Migne, «Patrologia latina o (Bd. 160). Wie S. in der Chronik nicht ohne Kritik verfährt, so hat er auch in besondern Schriften zu Gunsten der Lütticher Kirche gegen röm. Anmaßungen und gegen das Verbot der Prieseerehe geschrieben. Außerdem ist noch die Geschichte der Abte von Gemblours in Band 8 der «Monumenta Germaniae und die Schrift De scriptoribus ecclesiasticiso (unter anderm gedruckt in Miräus' «Bibliotheca ecclesiastican) hervorzuheben. Vgl. Hirsch, De vita et scriptis Sigebertio (Berl. 1841).