Sigillaria nannte Brongniart eine Gruppe fossiler Gefäßkryptogamen, deren Reste vorzugsweise in der Steinkohle sich finden. Die Stämme derselben hatten eine Höhe von etwa 20—30 meund waren unverzweigt oder nur an der Spitze in einige AÄste geteilt. Die Blätter waren pfriemlich gestaltet und ziemlich lang, entweder cylindrisch oder stücken sitzen die Narben dieser Blätter dicht zusammen und geben so der Oberfläche ein ganz charakteristisches Aussehen; diese Narben sind rundlich oder durch gegenseitigen Druck sechsseitig abgeplattet, sie stehen meist in Längsreihen und zwischen je zwei solcher Reihen befindet sich eine mehr oder weniger stark hervortretende Leiste. Nur an den Spitzen der einzelnen Äste waren Büschel von Blättern vorhanden, an den mehr zurückliegenden Teilen fielen sie jedenfalls bald ab. Ihren Fruktifikationen nach gehören die 8§. zu den heterosporen Gefäßkryptogamen, da ähren⸗ oder kolbenartige Makro- und Mikrosporangienstände aufgefunden wurden. Ihre systematische Stellung ist nicht mit voller Sicherheit anzugeben, am nächsten stehen sie, wenigstens in Betreff der Sporangien, den Isoéten, mit denen sie auch in der Form der Blätter und in dem Vorhandensein von Dickenwachstum mittels einer Meristemschicht übereinstimmen; doch weichen sie habituell von denselben bedeutend ab, denn die jetzt lebenden Isoêten sind kleine submerse Wasserpflanzen, während die 8. hohe baumartige Gewächse darstellten. Ihre Verbreitung war während des Carbon eine sehr ausgedehnte und ein großer Teil der Steinkohlen dürften wohl den Sigillarienwäldern jener Epoche ihren Ursprung verdanken. Schon in dem darauffolgenden Perm verschwinden die 8. wieder vollständig, sodaß sie also nur eine verhältnismäßig kurze Zeit an der Pflanzendecke der Erde hervorragenden Anteil hatten. Die Wurzeln der 8. werden unter einem besondern Gattungsnamen, Stigmaria Bron9n., beschrieben. Es sind gleichfalls cylindrische Körper mit kreisförmigen regelmäßig gestellten Narben von Seitenwürzelchen auf ihrer Oberfläche. Man hielt sie früher für die Stammorgane besonderer Pflanzen, doch ist bei einigen der Zusammenhang mit den S. erwiesen; ob aber alle unter dem Namen Stig⸗- maria beschriebenen Reste Wurzeln von 8. sind, ist zweifelhaft; manche derselben dürften vielmehr Wurzeln anderer baumartiger Gefäßkryptogamen, besonders der Lepidodendron-Arten sein.