Silbenrätsel, s. Charade. eins der edeln Metalle, ist von rein weißer Farbe und von starkem Glanze, der durch Politur noch merklich erhöht wird. Auf dem frischen Bruche hat es mehr ein geflossenes als hakiges Ansehen. Es ist weicher als Kupfer, aber härter als Gold. Im reinen Zustande (Feinsilber) ist es am weichsten und besitzt einen dumpfen Klang. Es ist außerordentlich dehnbar und geschmeidig. Das spezifische Gewicht des S. ist ungefähr 10,5, durch Hämmern kann es bis auf 10,62 erhöht werden. Es schmilzt bei 916* C. Bei sehr hoher Temperatur verflüchtigt es sich. Im geschmolzenen Zustande und bei Luftzutritt absorbiert es Sauerstoffgas, welches erst beim Erstarren oft mit Geräusch und unter Umherspritzen von flüssigem S. entweicht. Der Schwefel, mit welchem sich das S. sehr leicht verbindet, macht dasselbe flüssiger, indem sich Schwefelsilber bildet. Salpetersäure ist das beste Auflösungsmittel des S., welches sich damit zu einem Salze verbindet (. Höllenstein), während Salzsäure dasselbe gar nicht angreift, dagegen in der salpetersauren Auflösung einen weißen Niederschlag desselben als sog. Chlorsilber oder Hornsilber bewirkt. Mit dem Quecksilber verbindet es sich leicht zu Amalgam. Auch verbindet es sich mit dem Blei, welches wegen seiner leichten Oxydierbarkeit als Vehikel der Ausscheidung eines oft sehr geringen Silbergehalts durch die sog. Treibarbeit dient. Ebenso vereinigt sich das Kupfer mit dem S., und es wird letzteres zu Münzen und Geschirren mit mehr oder weniger Kupfer versetzt, weil es dadurch an Härte gewinnt. Der Feingehalt der deutschen Reichsmünzen nach dem Gesetz vom 9. Juli 1873 ist 900 Tausendteile. Es enthalten 20 Fünfmarkstücke, 50 Zweimarkstücke, 100 Markstücke, 200 Fünfzigpfennigstücke und 500 Zwanzigpfennigstücke 1 Pfd. Feinsilber, sodaß also 90 Mark in Reichssilbermünzen 1 Pfd. wiegen. (S. Mark.) über das Wertverhältnis des S. zum Golde s. Edelmetalle und Währung; vgl. auch Bimetallismus. Die Silbererze sind zahlreich. Man unterscheidet eigentliche Silbererze und silberhaltige Erze. Zu erstern gehören: 1) das gediegene Silber; es ist silberweiß, oft gelblich oder braun angelaufen, und findet sich in kleinen zusammengereihten Krystallen und in zähnigen, drahtförmigen, haarförmigen, gestrickten und andern Gestalten im Erzgebirge Sachsens, zu Andreasberg am Harze, in Ungarn, Siebenbürgen, Mexiko, den Vereinigten Staaten etc.; 2) das Glaserz (Silberglanzerz, Argentit), ein sehr wichtiges Silbererz, bestehend aus 87 Proz. S. mit Schwefel, schwärzlich ⸗bleigrau, das in würfeligen und oktaädrischen Krystallen, auch in andern Gestalten, derb, erdig Silberschwärze) und angeflogen sich in Sachsen (Freiberg, Marienberg, Annaberg), Norwegen (Kongsberg), Ungarn, Sibirien, Mexiko und Peru findet; 3) das Rotgültigerz, ein nicht minder wichtiges Silbererz als die beiden vorigen, bestehend aus 58 —65 Proz. S. mit Antimon oder Arsenikund Schwefel, dunkel-bleigrau bis cochenillerot, das sich in Rhombödern und sechsseitigen Prismen, auch derb, eingesprengt etc. am Harze, im sächs. Erzgebirge, in Ungarn, Spanien, Potosi und anderwärts findet; 4) das Sprödglaserz (Schwarzgültigerz, Melanglanz oder Stephanit), bestehend aus 70 Proz. S. mit Schwefel und Antimon, eisenschwarz und schwärzlich-bleigrau, das sich in rhombischen Prismen, derb und eingesprengt im Erzgebirge und in Ungarn findet; 5) das Silberhornerz (Chlorsilber oder Kerargyrit), eine Verbindung von 75 Proz. S. mit Chlor, die nur selten im sächs. Erzgebirge (Schneeberg), Peru und Mexiko, dagegen in namhafter Menge im Staate Utah (in den Vereinigten Staaten) vorkommt; 6) das Antimonsilber, eine Verbindung von 77 Proz. S. mit Antimon, welche sich derb und eingesprengt von silber⸗ und zinnweißer Farbe zu Andreasberg, Altwolfach, in Spanien, Frankreich und Mexiko findet; 7) das Arsensilber, das aus 13 Proz. S. mit Eisen, Arsenik und Antimon besteht, zinnweiß und meist grau angelaufen ist und sich derb zu Andreasberg und in Estremadura findet; 8) der Miargyrit, 35 Proz. S. nebst Schwefel und Antimon enthaltend; ferner Selen⸗, Tellur⸗, Jod⸗ und Bromsilber und natürliches Amalgam (S. und Quecksilber). Zu den silberhaltigen Erzen rechnet man das Fahlerz, den Polybasit, das Weißgültigerz, das Spießglanzbleierz, den Bleiglanz, Kupferkies, Kupferglanz, Buntkupfererz, den kupferkieshaltigen Schwefelkies und die Blende. Sie enthalten manchmal bis 10 Proz. S., oft auch nur Spuren desselben. Die hüttenmännische Zugutemachung der Silbererze geschieht sowohl auf trockenem Wege (Rösten und Schmelzen) als auch auf nassem (Auflösen und Fällen), und man wählt die eine oder andere Methode je nach Zusammensetzung der Erze und der zu Gebote stehenden Hilfsmittel. Das wichtigste Erz für die Zugutemachung auf dem Schmelzwege ist der silberhaltige Bleiglanz. Sehr reine Bleiglanze werden direkt unter Zuschlag von Eisen verschmolzen Riederschlagsarbeit), wobei durch Umsetzung Schwefeleisen (Stein) und Blei entsteht, das den größten Teil des im Erze enthaltenen S. in sich aufgenommen hat. Weniger reine Bleiglanze, namentlich solche, die viel fremde Schwefelungen, als Zinkblende, Kupferkies, Schwefelkies, führen, bedürfen einer sorgfältigen Röstung, bevor sie der Bleiarbeit, d. h. Verschmelzen auf silberhaltiges Blei (Werkblei) und nebenbei fallende Schwefelverbindungen und Schlacken, verarbeitet werden können. Auf den königl. Hütten zu Freiberg, wo derartige bleiische silberhaltige Erze zur Verhüttung gelangen, gattiert man die verschiedenhaltigen, von den Gruben angelieferten Bleiglanzschliche nach Feststellung des Gehaltes an S., Blei, Kupfer, Zink, derart, daß das Gemenge ungefähr 35 Proz. Blei und 0,1s Proz. S. enthält, und röstet dieses Gemenge in sog. Fortschauflungsöfen, die ähnlich dem auf Tafel Kupfergewinnung, Fig. 4, 5, 6, gezeichneten sind und nur einen sehr in die Länge gezogenen Herd K haben. Das Erzgemenge wird auf den wenigst heißen Teil des Herdes gebracht, dort unter fortwährendem Rühren erwärmt, nach und nach auf heißere Teile des Herdes fortgeschaufelt, bis es endlich auf dem heißesten Teil des Herdes an der Feuerbrücke angelangt ist, wo es, ebenfalls unter fortwährendem Durchrühren, bis zum beginnenden Schmelzen erhitzt wird. Während des Röstens wird der größte Teil des Schwefels, Arsen, Antimon, aber auch etwas Zink und Blei verflüchtigt; das aus dem Ofen gezogene halbgeschmolzene Röstgut enthält neben wenigen unzersetzten Erzteilchen hauptsächlich Orxyde und Sulfate der in dem Erze enthaltenen Metalle, und diese bis zu einem gewissen Grade entschwefelte Masse wird nun der Bleiarbeit vorgelaufen, d. h. sie kommt nach dem Mengen mit passenden Zuschlägen zum Verschmelzen auf Werkblei im Schachtofen, wobei in der Schmelzhitze reduzierend wirkende Gase aus Bleioxyd Blei entstehen lassen, welches den Silbergehalt des Erzes aufnimmt und die Zuschläge derart wirken, daß der größte Teil der fremden Metalloxyde in einer leichtflüssigen Schlacke vereinigt wird, ein anderer Teil mit den aus dem Röstgute reduzierten fremden Metallen und dem Schwefel derselben unter Ausscheidung von Blei, Schwefelungen, den sog. Bleistein bildet. Die Bleiarbeit wird nach mehrfacher Wandlung der Ofenform jetzt in Schachtöfen vorgenommen, die nach Bergrat Pilz in Freiberg, welcher sie zuerst konstruierte, Pilz⸗-Ofen genannt und wohl überall mit geringen Abweichungen auf Bleihütten angewendet werden. Aus Fig. 1, 2, 3 auf Tafel Silbergewinnung ist die Form derselben ersichtlich. Ein fast cylindrischer Ofenschacht, der sich über den Formen etwas verengt, endet unten in einem gemauerten Sumpf, in dem sich die geschmolzenen Massen, Werkblei, Bleistein, Schlacken, ansammeln, welche, und zwar letztere während der Schmelzung, durch die Schlackenrinne K, erstere, Blei und Stein, sobald der Sumpf damit gefüllt ist, durch die Stichrinne 1 in eiserne Vorherde abgestochen werden. Der charakteristische Teil dieser Ofen ist die Umfassung des Schmelzraums in der Formenhöhe, die nicht wie bei andern Schachtöfen aus feuerfesten Steinen gemauert ist, sondern aus acht zu einem Ringe zusammengefügten hohlen guß-oder schmiedeeisernen Kasten besteht, welche vor dem Verbrennen durch einen Wasserstrom geschützt werden, der durch die einzelnen Kästen oder Kühlstücke cirkuliert; acht Düsen vermitteln die Windzuführung. Die neben Werkblei entstehenden Produkte, Bleistein und bleihaltige Schlacken, werden noch einmal mit passenden Zuschlägen verschmolzen, um darin enthaltenes S. zu extrahieren; die Produkte sind die gleichen, wie bei der Verarbeitung der Erze, das Werkblei von dieser Arbeit und von dem Erzschmelzen wird dann zusammen genommen und raffiniert, d. h. von darin außer Blei und S. befindlichen fremden Metallen befreit, es geschieht dies in Flammöfen, die ähnlich dem auf Tafel Kupfergewinnung, Fig. 8, 9, 10, konstruiert sind. Das raffinierte silberhaltige Blei kommt, wenn es reich genug an S. ist, d. h. etwa 1,3 bis 1,5 Proz. S. enthalt, zum Abtreiben, wenn nicht, zu Arbeiten, die den Zweck haben, das S. im Blei zu konzentrieren und treibwürdig zu machen, oder aus dem Blei zu extrahieren. Die Konzentration des S. im Werkblei erfolgt durch das Pattinsonieren (s. d.), wobei durch wiederholtes Einschmelzen und Krystallisieren in eisernen Kesseln ein fast silberleeres Verkaufsblei und silberreicheres (1,5 Proz. S.) Werkblei entsteht. Die Extraktion des S. aus dem Werkblei auf trockenem Wege geschieht durch den in neuerer Zeit mehr zur Geltung kommenden und das Pattinsonieren verdrängenden Zinkentsilberungsprozeß, der auf der Eigenschaft des Zinks, sich leicht mit S., aber fast gar nicht mit Blei zu legieren, beruht, und bei welchem durch Zusammenschmelzen von Werkblei mit einer dem Silbergehalt entsprechenden Quantität Zink ein fast völlig silberfreies Blei (Verkaufsblei) und eine sehr silberreiche Legierung von Zink und S. resultiert, welch letztere entweder dem Äbtreiben überwiesen, oder durch Verflüchtigen des Zinks, oder aber auch und dies ganz neuerdings auf elektrolytischem Wege auf S. und Zink zu Gute gemacht wird. Das Abtreiben des Werkbleies vom Pattinsonieren ist ein orydierendes Schmelzen im Flammofen. Das Werkblei wird auf den Herd gebracht, dort unter Zuführung von Gebläseluft eingeschmolzen und in solcher Hitze erhalten, daß das Blei treiben, d. h. sich oxydieren kann. Das entstehende flüssige Bleioryd (Bleiglätte) wird von der Herdmasse aufgesaugt oder durch Ablaufenlassen vom Bleibade entfernt, und die Glättebildung so lange fortgesetzt, bis alles Blei orydiert und nur noch S. auf dem Herde ist. Das Verschwinden der letzten Bleispuren und das Erstarren des kurz vorher noch flüssigen S. wird das Blicken genannt und das mehr oder weniger noch unreine S. als Blicksilber bezeichnet. (S. Tafel: Silbergewinnung, Fig. 4, Abtreiben.) Letzteres ist noch kein reines S., es enthält neben etwa 90—95 Proz. S. Blei und Kupfer und bedarf, um zu Feinsilber zu werden, einer Raffination. Diese geschieht, wenn es sich um die Reinigung nur geringer Quantitäten handelt, auf sog. Testen, Miniaturherden, aus Mergelmasse in eiserne Schalen geschlagen, welche man über Holzkohlenfeuer erhitzt. Größere Ouanten Blicksilber raffiniert man in Flammöfen kleinerer Dimensionen mit einem Fassungsraum für 20—25 Ctr. Metall. Das Blicksilber wird darin eingeschmolzen und so lange im Flusse erhalten, bis alle fremden Metalle verblasen oder von der Herdmasse aufgenommen worden sind. Das Feinsilber kellt man vermittelst eiserner Löffel in eiserne Schalen aus (s. Fig. 5). Unter den Prozessen der Silbergewinnung auf nassem Wege nahm bis Ende des vierten Jahrzehnts des 19. Jahrh., d. i. vor Vervollkommnung der Schmelzprozesse und Auffindung vorteilhafterer Methoden, die Amalgamation (s. d. und unter Gold) die erste Stelle ein, die ein sehr rasches Silberausbringen gestattet, aber reine, geschwefelte, möglichst blei⸗, arsen⸗ und antimonfreie Erze verlangt, wenn Silber⸗ und Quecksilberverluste nicht zu hoch werden sollen (s. Fig. 6). Derartige Erze kann man aber auf andere Weise, wenn auch nicht so schnell, aber vorteilhafter als durch Amalgamieren verarbeiten, und dieser Umstand hat dazu geführt, den Amalgamationsprozeß zu verlassen und nur noch dort anzuwenden, wo die Einführung anderer Methoden lokaler Verhältnisse wegen nicht möglich ist. Unter den Methoden, welche mit zum Verdrängen der Silberextraktion vermittelst Quecksilbers führten, sind als besonders wichtig die von Augustin und Ziervogel hervorzuheben. Nach dem Augustinschen Verfahren wird das im Erz oder Hüttenprodukt enthaltene S. durch eine chlorürende Röstung in Chlorsilber verwandelt und dieses durch heiße Kochsalzlösung extrahiert. Zu diesem Zwecke bringt man das Röstgut in Bottiche, Laugbottiche, die ein aus Stroh oder Leinwand gefertigtes Filter auf durchlöchertem Losboden haben. Die Kochsalzlauge durchdringt die auf dem Filter liegende Erzschicht, löst dabei Chlorsilber auf und die silberhaltige Lauge sammelt sich unterhalb des Losbodens, während das Erz auf dem Filter bleibt. Die Kochsalzlauge, die das Chlorsilber in sich aufgenommen, läßt man durch Hähne aus dem Laugbottich ab und in Gefäßefließen, in welchen granuliertes oder Barrenkupfer sich befindet. Das Kupfer fällt S. aus, das sich filzähnlich auf dem Kupfer ablagert und von diesem abgenommen werden kann. Nach Reinigung desselben durch Waschen mit verdünnter Schwefelsäure wird das Cementsilber getrocknet und in Flammöfen oder auf Testen eingeschmolzen und raffiniert. Das anstatt des S. in Lösung übergegangene Kupfer fällt man durch Eisen aus und das dabei resultierende Cementkupfer wird von neuem zum Silberfällen verwendet. Man nennt das Augustinsche Verfahren auch die Kochsalzlaugerei, das Ziervogelsche dagegen, weil bei diesem das in ein lösbares Salz übergeführte S. des Erzes oder Produktes durch Wasser extrahiert wird, die Wasserlaugerei. Das Ziervogelsche Verfahren, nur anwendbar für geschwefelte Erze oder Hüttenprodukte und meist nur für letztere eingeführt, beruht darauf, daß durch ein vorsichtig geleitetes oxydierendes Rösten das im Erz oder Hüttenprodukt enthaltene Schwefelsilber in Silbervitriol, der in Wasser löslich ist, übergeführt werden kann. Zu diesem Zwecke wird die zu verarbeitende Masse, wie z. B. zu Mansfeld der für diese Laugerei besonders hochkonzentrierte Kupferstein (s. u. Kupfer), in Röstöfen mit übereinander liegenden Herden sehr sorgfältig geröstet. Es entsteht zunächst Eisen⸗, dann Kupfer⸗, zuletzt Silbersulfat. Während der Entstehung dieser Sulfate wird der Röstprozeß durch Laugproben kontrolliert und vermittelst derselben das Ende des Röstens, das Maximum der Bildung von Silbervitriol, festgestellt. In Laugbottichen, ähnlich denen, wie sie bei der Augustinschen Extraktion zur Verwendung gelangen, wird dem Röstgute das lösliche Silbersalz durch Wasser und ein wenig Schwefelsäure entzogen, aus der Silbersolution das S. durch Kupfer gefällt und das gewonnene Cementsilber nach dem Trocknen in Flammöfen eingeschmolzen und raffiniert. Zur Gewinnung von S. (auch Gold) aus unreinen Kupfersteinen oder Schwarzkupfern (s. unter Kupfer) wendet man mehr und mehr die Schwefelsäureertraktion an. Kupfersteine werden zu diesem alle in Röstflammöfen möglichst totgeröstet, d. h. alle in denselben enthaltenen Metalle soweit als möglich in Oxyde übergeführt, und nach dem Rösten mit Schwefelsäure (Kammersäure von etwa 50 Beaume) in geeigneten Gefäßen gekocht. Kupfer und Eisen lösen sich, während S. und Gold als unlösbar im Rückstand verbleiben und aus diesem durch Verschmelzen mit bleihaltigen Zuschlägen in einem Werkblei gewonnen werden, das weiter auf S. zu Gute gemacht wird. Schwarzkupfer glüht man vor dem Behandeln mit Säure oder man löst sie direkt unter Zuführung von Luft in Schwefelsäure. Kupfer und Eisen gehen auch hier in Lösung und werden aus dieser durch Krystallisation als Vitriole ausgeschieden, S. und Gold bleiben wie oben im Rückstande. Die Produktion an S. stieg zu einer früher wohl nie erreichten Höhe infolge der Erschließungder reichen Minen von Mexiko und Peru im 16. Jahrh. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrh. flossen diese Quellen infolge der polit. Wirren in jenen Ländern ziemlich spärlich, doch trat später wieder eine Besserung ein und gegenwärtig liefert namentlich Mexiko mehr S. als je zuvor. Seit dem Ende der sechziger Jahre entwickelte sich auch eine bedeutende Silberproduktion in den pacifischen Staaten der Union. Anfangs hauptsächlich in Nevada, wo die beiden Hauptgruben des berühmten Comstockganges in den J. 1874—79 für 58 Mill. Dollars S. lieferten. Seitdem ist der Abbau dieses Ganges unergiebig und schließlich verlustbringend geworden, aber der Ausfall ist durch den Aufschwung der Produktion in Colorado mehr als ausgeglichen worden. Auch Montana, Utah, Arizona, Neumexiko, Idaho und in der neuesten Zeit auch Californien sind als Produktionsländer des S. von Bedeutung. Auch Deutschland hat eine nicht unbeträchtliche Silbergewinnung, wenn es auch nicht mehr, wie im Mittelalter, in dieser Hinsicht überhaupt, sondern nur unter den europ. Staaten obenan steht. Allerdings ist zu beachten, daß etwa ein Drittel des in Deutschland gewonnenen Silbers von eingeführten ausländischen Erzen herrührt. In den J. 1884 und 1885 sind auch in Australien (in Nord-Queensland und im äußersten Westen von Neusüdwales) bedeutende Silberlager entdeckt worden, doch scheinen der vollen Ausbeutung derselben noch äußere Schwierigkeiten entgegenzustehen. Im J. 1883 wies die Silberproduktion in Tonnen (zu 1000 kg) und nach dem früher als normal geltenden Werte (1 Kg Feinsilber =180 Mark oder 1 Unze Standardsilber 601/6 Pence) folgende Ziffern auf: Vereinigte Staaten 11115 t 200,1 Mill. Mark. Mexiko 739,0 v 133,0 Südamerika 510,9 91,8 Deutschland 235, v 42,3 Im ganzen 2895,5 521,2 v Nach Soetbeers Schätzungen betrug die gesamte Produktion von S. nach Gewicht und Wert: 1493—1850 149826 t 26968 Mill. Mark. und im Durchschnitt der Jahre: —9—— 896t 160,3 Mill. Mark. 1861—70 1220 H 219,6 5 Der wirkliche Wert des in der neuesten Zeit gewonnenen S. bleibt indes hinter dem nach dem frühern Wertverhältnis von Gold und Silber (15½ : 1) angenommenen erheblich zurück. Nachdem der Silberpreis im J. 1876 schon einmal ein Minimum (46¾ Pence per Unze) erreicht hatte, dann im folgenden Jahre kurze Zeit wieder bis gegen 58 Pence gestanden, blieb er von 1879 bis 1883 meistens zwischen 50 und 52 Pence. Seit Ende 1884 aber sank er, wohl wegen der befürchteten Einstellung der amerik. Silberprägungen auf Grund der sog. Blandbill immer weiter zurück und kam im Herbst 1885 auf 46½ Pence, über welchen Punkt er sich in den folgenden Monaten nur wenig wieder gehoben hat. Die Silberproduktion der Erde im J. 1885 wird auf 2900000 kg geschätzt, in demselben Jahre belief sich das Ausbringen deutscher Gruben auf 174000 Kg, das der deutschen Hütten auf 261000 Kg. Vgl. Kerl, „Handbuch der metallurgischen Hüttenkunde » (4 Bde., Lpz. 1861 — 65); Percy-Wedding, «Metallurgiex (Bd. 3, Braunschw. 1872); Soetbeer, Materialien zur Erläuterung der wirtschaftlichen Edelmetallverhältnisser (Berl. 1885). Von den Verbindungen des S., in denen das Metall als einwertiges Element fungiert, sind zu erwähnen: 1) Silber und Sauerstoff. a) Silberoxyd Agz O fällt als brauner Niederschlag, der in Wasser fast unlöslich ist, beim Vermischen von Silbernitrat mit Alkali. Es zersetzt sich ungemein leicht, freiwillig durch Einwirkung des Lichts, bei erhöhter Temperatur gibt es seinen Sauerstoff vollständig ab, durch Wasserstoff wird es schon bei 100 reduziert. Es verbindet sich mit allen Säuren, die meisten Salze sind in Wasser unlöslich. Mit Ammoniak gibt es eine explodierende Verbindung, Berthollets Knallpulver (s. d.). b) Silbersuperoxyd entsteht in Form von schwarzen, glänzenden oktädrischen Krystallen bei der Elektrolyse von Silberlösungen am positiven Pole. Noch unbeständiger als Silberoxyd. 2) Silber und Schwefel. als Mineral Silberglanz und außerdem mit Schwefelarsen und Schwefelantimon verbunden als Rotgültigerz vor. Es entsteht als in Säuren unlöslicher schwarzer Niederschlag beim Einleiten von Schwefelwasserstoff in Silberlösungen. Ho rnsilb er, Ag (, weißer, in Säuren und Wasser unlöslicher, für Licht empfindlicher Niederschlag leicht in Ammoniak löslich, auch in konzentrierter schneidbaren Masse ten durchscheinenden, Bromsilber, Silberbromid Ag Br 8 uier ie grünes Silber benannt, den Chlor⸗ „Jodsilber, Silberiodid AgI, d Ihlorsilber sehr ähnlich, gelb, in Ammaniak wilobtich Wegen ihrer leichten Zersetzbarkeit durch das Licht inden die Silberhalogene Verwendung int der dautem Wenr Sie sind sämtlich in unterschweflig-Kranhenn ron leicht löslich (Fixieren der Photo6) Silber und C Si überschuß zu Cyansilberkalium AgCN. KCN. Die Lösung dieses Er Cit dient zur Anfertigung von galvanoplastischen Silberniederschlägen, sowie zum Versilbern. 7) Silber und Schwefelsäure.