Silurus (lat.), der Wels. „Silva (Antonio José da), genannt o Judeu, ist der Verfasser portugiesischer burlesk-komischer Singspiele von genialer Originalität, welche 1733 —38 im Theater des Bairro-Alto von Lissabon, unter dem rauschenden Beifall der Menge, dargestellt wurden. S. wurde als Sohn eines getauften Juden 8. Mai 1705 in Rio de Janeiro geboren, studierte in Coimbra die Rechte und wollte eben 1726 seine Thätigkeit als Advokat beginnen, als er mit samt seiner schon früher des Judäismus verdächtigten Mutter vor das Inquisitionstribunal gefordert wurde. Schließlich freigesprochen, arbeitete er als Advokat in Lissabon. Im J. 1737 wurde S. jedoch von neuem vor die Schranken des Inquisitionstribunals geladen, nach zweijähriger Gefangenschaft zum Tode verurteilt und am 19. Okt. 1739 das Urteil in feierlichem Auto da F vollstreckt. Das Volk nannte S.s Singspiele nur die Opern des Juden », im Hinblick darauf, daß in den eigenartigen Dramen die kernige volkstümliche Prosa, welche ihre eigentliche Sprache ist, häufig durch eingelegte Gesangsstücke unterbrochen wird. Die Parodie mythologischer Stoffe und altklassischer Fabeln und der große scenische Apparat der Operasv nähert sie den modernen Offenbachiaden; der Humor, welcher die echt portug. Sitten und Zeitbilder adelt, erhebt sie jedoch zu epochemachenden Erscheinungen. Die bedeutendsten der Stücke sind: 4Gueèrras de Alecrim e Mangeronab. Gedruckt wurden sie erst in Einzelheften (1736—37), dann gesammelt im Theatro comico Portuguezv (4 Bde., Lissab. 1744, 1747, 1753, 1759 und 1787 — 92), welches acht Stücke von S. enthält. Ein Stück, „0 Ocabinho da mao furada, erschien erst 1860 in der Revista Brazeleirav. Vgl. Wolf, Don Antonio José da Silva, der Verfasser der sog. Opern des Judeno (Wien 1860); David, «Les Opéras du Juifo (Par. 1880).