FeedSaavedra (Angel de)
GeschichteBrockhaus 1882

Saavedra (Angel de), Herzog von Rivas, ein in Politik wie Litteratur ausgezeichneter Spanier, geb. zu Cordova 1. März 1791, kämpfte in den Kriegen gegen Frankreich tapfer und lebte nach dem Frieden als verabschiedeter Oberst in Sevilla. In dieser Zeit trat er zuerst als Dichter auf mit den Ensayos poéticos o (1813; 2. Aufl., 2 Bde., Madr. 1820—21). Auch einige Tragödien von ihm kamen 1815—16 zur Aufführung. In der Revolution von 1820 war S. Mitglied und eifriger Verteidiger der Cortes von 1812. In Sevilla, wohin er sich infolge der Contrerevolution begab, ließ er die Tragödie Lanuza aufführen, die als polit. Gelegenheitsstück viel Interesse erregte. Während der Invasion des franz. Heers 1823 wandte er sich nach London, wo er das epische Gedicht (Florindan begann, und begab sich 1825 nach Malta, wo er sich durch das Studium der engl. Dichter von der klassisch-franz. Schule frei machte. Seit 1830 unterhielt er zu Orléans eine Zeichenschule. Später lebte er zu Tours, und hier vollendete er auch sein volkstümliches Epos EI moro expôsito v (2 Bde., Par. 1834). Endlich erhielt er 1834 die Erlaubnis zur Rückkehr nach Spanien, wo er bald darauf die Titel und Güter des herzogl. Hauses Rivas erbte und zum Granden des Reichs ernannt wurde. Er gehörte zu den Häuptern der gemäßigten Opposition, übernahm unter Isturiz w1836 das Ministerium des Innern, mußte aber infolge der Revolution von La Granja im August ins Ausland gehen, von wo er im Febr. 1844 mit der Königin Maria Christina zurückkehrte. Er ging dann als Gesandter nach Neapel, in welcher Stellung er bis 1848 verblieb. Im Juli 1854 war er als Konservativer Mitglied des sog. Vierzigstundenministeriums, welches durch die von O' Donnell geleitete Bewegung gestürzt wurde. Später war er noch Gesandter in Paris und 1860 in Florenz. Nachdem er noch 1864 einige Zeit als Präsident des Staatsrats fungiert, starb er 1865 zu Madrid. Außer den angeführten Dichtungen veröffentlichte er das Originallustspiel „Tanto vales cuanto tienes v (1834), die Schicksalstragödie «Don Alvaro, 6 la fuerza del sino (Madr. 1835, und in neuer Aufl. Madr. 1879), so- wie die Dramen «Solaces de un prisioneroo und (La morisca de Alajuaro (Madr. 1842). Durch seinen «Moro expösitov und seine epischen Romanzen ward er besonders der Wiederhersteller einer volkstümlichen Poesie in Spanien. Seinen Aufenthalt in Neapel benutzte er zur Historia de la sublevacion de Näpoleso (2 Bde., Madr. 1848; neue Aufl., Madr. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 48Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6