Simbirsk, ein Gouvernement im östl. Teile des europ. Rußland, welches auf 49493,7 gkm (1880) 1471164 CE. zählt, worunter viele Mordwinen, Tataren und Tschuwaschen. Dasselbe grenzt im N. an Kasan, im O. an die Wolga, die es von Samara scheidet, im S. an Saratow, im W. an Pensa und Nishnij-Nowgorod und enthält die acht Kreise Simbirsk, Sysräan, Sengiléi, Karsün, Ardätow, Alatyr, Buinsk und Kurmysch. Der Boden dieser Provinz ist, mit Ausnahme des «Wolgaischen Bergufersv, welches südwestlich von Sysran im Bjely-Kljutsch seine größte Höhe, 352,5 m, erreicht und oberhalb Sysran die Wolga zu einer großen Ausbiegung gegen Osten drängt, ganz eben oder leicht gewellt und von ausgezeichneter Fruchtbarkeit. Wiesen und Weideplätze, sowie Waldungen (37 Proz. der ganzen Bodenfläche) sind zahlreich, besonders an den Nebenflüssen der Wolga, unter denen die schiffbare Sura mit dem Alatyr der bedeutendste. Man zieht außer den gewöhnlichen Frucht⸗ und Getreidearten auch Melonen, Arbusen und span. Pfeffer. Die Viehzucht bildet die Hauptbeschäftigung der finn. Völkerschaften an der Wolga und Sura. Auch die Fischerei ist beträchtlich, da die Wolga Störe, Hausen und Sterlete liefert. Von Mineralien gibt es nur Schwefel und Gipsstein. Pottasche wird häufig gesotten. Höhere Industrie ist nicht vorhanden, doch wird Handel, Schiffahrt und auch einiger Schiffbau betrieben.. Die Hauptstadt Simbirsk, Sitz eines Civilgouverneurs und eines griech. Bischofs, am hohen Ufer der Wolga, zwischen diesem Fluß und der Swjäga, hat breite Straßen, weite Plätze, zwei Kathedralen, eine prot. und eine kath. Kirche, zwei Klöster, ein Seminar, mehrere Spitäler und Wohlthätigkeitsanstalten, ein Gymnasium, ein Mädchengymnasium, ein adeliges Fräuleinstift, eine Kreis- und vier Pfarrschulen, ein Kaufhaus und zählt (1880) 36 600 E. Die Stadt hat einen großen Jahrmarkt (in der ersten und zweiten Fastenwoche). Neben Handel und Leder⸗, Tau⸗, Seifen-und Lichtfabrikation bildet der Fischfang in der Wolga einen Hauptnahrungszweig.