FeedSchitömir
ErdkundeBrockhaus 1882

Schitömir, die Hauptstadt des russ. Gouvernements Volhynien, gegründet von Schitomir, einem Günstlinge Askolds, gehörte zur Blütezeit des poln. Reichs zur Wojwodschaft Kiew, wo sie unter dem Namen Zytomierz die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts war. Sie liegt 975 km von Moskau und 150 km westlich von Kiew, am Dnjeprzufluß Teterew, der hier die Kamenka aufnimmt, innerhalb felsiger Ufer fließt und manche romantische Partie gewährt. Die Stadt zählt 54224 E., ist Sitz eines Gouverneurs, eines griech. Erzbistums, sowie eines kath. Bischofs und hat 10 griech. und 2 kath. Kirchen, eine Synagoge, ein Seminar, ein Gymnasium, sowie mehrere andere Schulen. Die Bevölkerung unterhält Seifen⸗, Lichte- und Tabaksfabriken und treibt einen lebhaften Getreide⸗ und Holzhandel mit der Türkei, Osterreich und den innern Provinzen des Russischen Reichs. Unter den massiven Gebäuden zeichnen sich besonders das schöne Schauspielhaus und das Gebäude der Litterarischen Gesellschaft aus. Im Kreise von S. werden Eisenerze gewonnen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 367Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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