Sinai, Name des Centralgebirgsstocks der Sinaitischen Halbinsel zwischen dem Meerbusen von Suez und dem von Akaba. Der Kern des Gebirges besteht durchweg aus Urgestein; entfernter vom Centrum erscheint der Sandstein und endlich nach den Rändern hin das Kalkgestein. Die höchste Höhe des vielgipfeligen Gebirges, Gebel-Katherin, mißt 2599m, Gebel-Musa 2244 m, Gebel-Serbal 2052 m. Für alle Zeiten berühmt wurde der S. durch die Mosaische Gesetzgebung. Als den Sinai-Horeb im engern Sinn, von welchem herab nach der Bibel die Zehn Gebote verkündigt wurden, versteht man nach der überlieferung denjenigen Berg, dessen nordwestl. Höhe jetzt Räs-es-Safsäfeh (1994 m) und dessen südöstl. Höhe Gebel-Müsä heißt, und streitet sich nur darum, ob die nördliche oder die südliche dazu geeigneter war. Ebenen für die versammelten Menschen haben beide unter sich, die nördl. Höhe die Ebene er-Räha, die südliche die Ebene Sebaije. Die letztere erscheint passender, weil von ihr aus der ohnedem viel höhere Gebel-Müsäa mejestätischer emporragt, als Ras-es-Safsäfeh über er-Räha. Raum für ein ganzes Volk hat keine von beiden. Jene Pomand reicht aber nicht über die christl. Zeit hinauf und befestigte sih erst dadurch, daß der Kaiser Gareh tg angebli 527, am östl. Fuße des Sinai-Horeb, in dem Thale Schuaib, das berühmte feste Sinaikloster mit einer Kirche der Verklärung Christi gründete, in welcher auch Reliquien der heil. Katharina gezeigt werden. In der frühern Zeit gab es an dem Berge noch andere Klöster (z. B. das Kloster der 40 Märtyrer, el-Arbain, dessen Stelle im westl. Thale noch gezeigt wird), Kapellen und Einsiedeleien. Lepsius und Ebers 4—7 den Berg Serbäl, nordwestlich vom Gebel-Müsa, für den biblischen S., aber eine Vergleichung des Terrains mit den Angaben der Bibel läßt dies ungeeignet erscheinen. Da die Bibel selbst nur in ganz allgemeinen Ausdrücken von der Sache redet, so ist eine sichere Entscheidung über die bestimmtere Lokalität kaum zu erzielen. Vgl. Ebers, «Durch Gosen zum S.» (Lpz. 1881).