Sismondi (Jean Charles Leonard Simonde de), Geschichtschreiber, Publizist und Litterarhistoriker, geb. 9. Mai 1773 zu Genf, flüchtete zur Zeit des Umsturzes der alten genfer Regierung 1793 mit seinem Vater, welcher prot. Prediger war, nach England. Nach seiner Rückkehr nach Genf kam er wegen der Unterstützung, die er einem Verfolgten hatte zuteil werden lassen, ins Gefängnis, worauf er sich nach Toscana wendete und bei Pescia ankaufte. Aber auch hier war er vielfachen Verfolgungen ausgesetzt. Nach langwieriger Haft 1800 wieder in Freiheit gesetzt, kehrte er in seine Vaterstadt zurück. Er schrieb: «Histoire des répu⸗- bliques italiennes du moyen-àge (4 Bde., Zür. 1807—8; 2. Aufl., nebst Fortsetzung, Par. 1809; neuere Ausg., 10 Bde., Par. 1840), Histoire de la renaissance de la liberté en Italie:s (2 Bde., Par. 1832), Histoire des Frauçais o (31 Bde., Par. 1832—43), deren letzten Band A. Reneée rediierte und aus der er selbst einen übersichtlichen Auszug (Précisv, 2 Bde., Par. 1839) geliefert hat. Außerdem ist noch zu erwähnen die Histoixe de la chüte de l'empire romain et du déclin de la civilisation de 250 à 1000 (2 Bde., Par. 1835; deutsch von Lindau, Lpz. 1836). Auch hat er einen histor. Roman geschrieben, eine Schilderung Galliens im 5. Jahrh.: Julia Sévéra, ou l'an 4925 3 Bde., Par. 1822; deutsch von M. Müller, 2 Bde., pz. 1822). Als Litterarhistoriker zeigte er sich in seinem vielgebrauchten Werke «De la littérature du Midi de IEuroper (Par. 1813; 4. Aufl., 4 Bde., 1840; deutsch von Hain, 2 Bde., Lpz. 1815). Unter seinen natignalökonomischen Schriften sind hervorzuheben: Etudes sur les sciences socialeso (3Bde., Par. 1836), «Principes d'économie politique appliquée à la législation du commerce „ (2 Bde., Genf 1803) und Nouveaux principes de l'économie politiquen (2 Bde., Par. 1819; neue Aufl. 1827). S. starb zu Genf 25. Juni 1842. Seine Lettres inéditeso gab Taillandier (Par. 1863), seine KCorrespondancen Montgolfier (Par. 1863) heraus; auch Villari und Monod veröffentlichten (Lettres inéditeso von S. (Par. 1868). „Sissek (Alt-Sissek) oder Sziszek, Stadt im Agramer Komitat von Kroatien-Slawonien mit (1880) 5529 C., in der ehemaligen kroat.⸗ slawon. Militärgrenze, am Einfluß der Una in die Save, durch eine Brücke mit Neu-S. verbunden, Endpunkt der Linie Steinbrück-Agram-S. der Osterreichischen Südbahn und der Linie Doberlin-S. der Ungarischen Staatsbahnen, durch seine Lage einer der bedeutendsten Handelsplätze im ungar. Teile der Monarchie, namentlich in Getreide. Der Ort steht an der Stelle der illyr. Stadt Segesta, die von Tiberius erbaut und von den Römern neu kolonisiert wurde (Siscia, unter Septimius Severus Colonia Septimia). Bei S. wurde der Gegenkaiser Maximus von Theodosius besiegt. Die Stadt hat noch zahlreiche Überreste röm. Bauten. Als 1593 die Türken S. belagerten, wurde die Feste von Andr. von Auersberg entsetzt.