FeedSismometer
TechnikBrockhaus 1882

Sismometer oder Seismometer (vom grch. ga Erschütterung, Erderschütterung) heißt ein Instrument zur Messung hauptsächlich der Richtung, dann aber auch der Stärke der Erdstöße bei Erdbeben. Salsano in Neapel erfand (1784) zuerst einen solchen Erdbebenmesser, bei welchem mittels eines nach allen Seiten schwingbaren Pendels eine Spitze in feinem Sande, oder ein Farbenpinsel auf Papier die Richtung sowie Stärke der Erschütterung aufzeichnete. Das S. von Cacciatore verriet durch Abfluß von Quecksilber aus einem flachen Gefäß, welches nach acht Richtungen des Horizonts Offnungen besaß, die Richtung der Erdstöße. Die Menge des ausgeflossenen Quecksilbers ließ auf die Stärke des Erdbebens schließen. Sodann erfand 1855 Kreil einen Erdbebenmesser, der aus einer nach allen Seiten leicht beweglichen Pendelstange und einem mit dieser in Verbindung gesetzten Uhrwerk besteht. Hier geben die Striche eines Bleistifts Auskunft über Beginn, Richtung und Stärke der Erschütterung in dem Observatorium auf dem Vesuv hat Palmieri (s. d.) wieder mittels Quecksilberausfluß und in jüngerer Zeit mittels elektromagnetischer S. die lahren 3 beobachtet. Bei den Erdbebenmessern der etzten Art schließt ein nach allen Seiten leicht bewegliches Pendel je andere Voltaketten, welche mittels damit verbundener elektromagnetischer Telegraphen die Weltgegenden angeben, nach denen die Erdstöße gerichtet waren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 848Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6