Sisyphos, der Sohn des Äolos und der Enarete, Gemahl der Merope, Erbauer und König von Ephyra, dem nachmaligen Korinth, wird als der verschlagenste unter allen Menschen geschildert und war deswegen wie sein ganzes Haus verrufen. Namentlich aber ist er der Strafe wegen, die er in der Unterwelt für seine Ungerechtigkeiten zu leiden hatte, bekannt. Diese bestand darin, daß er ein ungeheueres Felsenstück auf einen steilen Berg wälzen mußte, von dem jenes aber immer wieder, sobald er damit oben angekommen, hinabrollte. Ursprünglich ist er wohl eine Personifikation der brandenden Meereswogen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 849Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei