Skyros, jetzt Skyro, eine Gie Gruppe der nördl. Sporaden und zur Eparchie Karystia des Nomos Cuböba gehörige Insel Griechenlands, 37Em nordöstlich von Euböa, zählt auf 204 akm (1879) 3247 E. Die Insel besteht aus zwei durch einen Isthmus verbundenen Teilen, von denen der südöstliche gebirgig und bis 782 m hoch, der nördliche niedriger und mit fruchtbaren Hügeln und kleinen Ebenen ausgestattet ist. Sie produziert Weizen, Wein, Sl, Orangen und Krapp. Die Bienenzucht liefert guten Honig und Wachs, die Schaf⸗ und Ziegenzucht treffliche Milch; auch wird eine besondere Rasse kleiner, aber ausdauernder Pferde auf der Insel gezüchtet. Die Stadt Skyros lagebenso wie das setzige Städtchen Skyro auf der Ostküste des nördlichern Teils, eine Stunde nördlich vom Hafen Achilleion; noch jetzt sind stattliche Mauerwerke der Akropolis, sowie der Unterstadt und einige Skulpturfragmiente erhalten. Auf S. soll Achilles von seiner Mutter Thetis, die ihn dem vor Troja seiner harrenden Geschicke entziehen wollte, in Frauenkleidern verborgen worden sein und mit Deidameia, der Tochter des Königs Lykomedes, den Pyrrhos oder Neoptolemos erzeugt haben. Nach athenischer Überlieferung soll Theseus, aus Athen vertrieben, nach S. gekommen und dort meuchlerisch von Lykomedes ermordet worden sein. Als die Athener im J. 469 v. Chr. infolge einer Klage thessalischer Kaufleute, um dem seeräuberischen Treiben der Bewohner der Insel, der Doloper, ein Ende zu machen, eine Expedition unter Führung des Kimon dahin sandten und die Insel eroberten, wurden die angeblichen Gebeine des Theseus nach Athen gebracht, beigesetzt und darüber das Theseion errichtet. Seitdem war S. nebst Imbros und Lemnos eine Besitzung der Athener, die ihnen auch 387 im Antalkidischen Frieden gesichert blieb. Erst in der macedon. Zeit ging S. den Athenern verloren, die es jedoch 196 v. Chr. von den Römern wiedererhielten.