FeedSluis (spr. Sleuß)
ErdkundeBrockhaus 1882

Sluis (spr. Sleuß), kleine befestigte Stadt in der niederländ. Provinz Zeeland, im sog. Staats-Flandern, am Zwin und durch einen Kanal mit Brügge verbunden, mit 2600 E., war im Mittelalter ein bedeutender Hafenort. Nachdem es 1250 vom flandrischen Grafen Guy von Dampierre Stadtrechte erhalten hatte, wuchs es durch Schifffahrt und Handel schnell heran und erreichte im 15. Jahrh. seine höchste Blüte. Durch die Verschlämmung des Zwin im 16. Jahrh. verlor S. seine Uder Lage und große Bedeutung. Bei dem Abfall der Niederlande von der Herrschaft Philipps II. wählte S. 1580 die Seite der Aufständischen; zwar wurde es 1587 von den Spaniern unter Parma erobert, doch 1604 vom Prinzen Moritz von Oranien wiedergewonnen und blieb seitdem im Besitz der Vereinten Provinzen. Die Franzosen nahmen es 1794; die Belgier besetzten es 1830, wurden aber bald genötigt, es wieder zu räumen. Der Ort hat eine prot. und eine kath. Kirche, wie auch ein Rathaus aus dem 14. Jahrh. Bei S. hatte 1340 eine blutige Seeschlacht zwischen den Engländern und Franzosen statt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 885Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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